Bezirks- und Gemeindesuche
Keine dichtgedrängten Ambulanzen mehr
Gesundheitszentren sollen als Drehscheibe zwischen Spital, Ambulanzen, Fachärzten und mobilen Versorgungen fungieren und erste Anlaufstelle für Patienten werden. Das Ziel: Kein stundenlanges Warten mehr.

Foto © Fotolia/Yuri ArcursÄrztezentren mit umfassenden Therapiemöglichkeiten sollen das Gesundheitsverhalten der Steirer verbessern
Die Österreicher gehen viel zu häufig ins Spital. Andererseits mangelt es oft an leicht erreichbaren Fachärzten. Und wer chronisch krank ist oder seine Angehörigen pflegt, erhält viel zu selten kompetente Unterstützung und Ermutigung.
Diese lang bekannten Mängel im Gesundheitssystem sollen nun endlich behoben werden. Der Hebel dafür sind die "Gesundheitszentren", die es künftig wohnortnah für jeden Steirer geben soll. Diese Zentren sollen als Drehscheibe zwischen Spital, Ambulanzen, Fachärzten und mobilen Versorgungen dienen. "Sie bilden die Brücke zwischen Selbstversorgung und Hochleistungsmedizin", sagt der Arzt Martin Sprenger.
Sprenger und andere Experten haben verschiedene Thesenpapiere zu diesem Thema verfasst. Das gesamte Konvolut ist nun Grundlage für ein Gipfelgespräch in der steirischen Gesundheitsplattform, das am Mittwoch die Weichen für eine völlig neue Art der medizinischen Versorgung stellen soll.
Beraten und vorbeugen
International ist das Modell seit langem etabliert: Länder wie Schweden, Norwegen, Finnland, England, Portugal oder Australien setzen auf Gesundheitszentren. Für die Patienten liegen die Vorteile auf der Hand: Sie brauchen nicht mehr mühsam von einem Facharzt zum anderen tingeln oder stundenlang in überfüllten Ambulanzen warten. Das Gesundheitszentrum verweist sie an die zuständige Fachebene und bietet - im Idealfall - im eigenen Haus ein Ärztezentrum mit umfassenden Therapiemöglichkeiten an. Die Patienten sollen auch ermutigt werden, sich in ihrem eigenen Gesundheitsverhalten zu verbessern. Es geht also um Beratung und Prävention.
In der Umsetzung warten aber noch viele Hürden. Um Gemeinschaftspraxen zu schaffen und die Angebote von Spitälern und Ärzten zu verschränken, braucht man Bundesgesetze. Außerdem ist zwischen Land und Ärztekammer umstritten, ob die Zentren räumlich in den Spitälern oder bei Hausärzten angesiedelt sein sollen.
Politisch am weitesten entwickelt ist ein Konzept der grünen Klubobfrau im Landtag, Ingrid Lechner-Sonnek. Ihr Vorschlag sieht auch Bereiche wie Wohnen, Arbeit und Bildung als Gesundheitsfaktoren. "Ich hoffe auf einen kulturellen Wandel", sagt die Politikerin.






















