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Wirtschaftskammer-Wahlkampf mit Dämpfer
50.000 Unternehmer wählen in sechs Wochen die Funktionäre der Wirtschaftskammer. Echte Wahlkampfstimmung dürfte kaum aufkommen.

Foto © Grüne/Fritz LangmannNeue Grüne Spitzenkandidatin für die Wirtschaftskammer -Wahlen Sabine Jungwirth
Noble Zurückhaltung prägt den beginnenden Wahlkampf für die Wahlen in der Wirtschaftskammer (WK). Kammerpräsident Ulfried Hainzl, Spitzenkandidat des ÖVP-Wirtschaftsbundes, sieht in der derzeit schwierigen Lage für viele Unternehmer "keinen Platz für Polemik". Auch die Herausforderer scheinen auf konstruktives Arbeiten zu setzen. Hainzl muss eine satte Mehrheit von 74,3 Prozent in der WK verteidigen.
Sanfte Pflicht-Attacken
Der FPÖ-nahe Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) ist sogar so zurückhaltend, dass er sich aus den Geplänkeln zwischen FPÖ und BZÖ heraushält. BZÖ-Landesobmann Gerald Grosz sieht keinen Grund, seine Wahlempfehlung für den RFW zurück zu nehmen, zumal er selbst in einer WK-Berufsgruppe für diesen kandidiert. RFW-Landesobmann Erich Schoklitsch belässt es bei sanften Pflicht-Attacken. So meint er beim Wahlkampfauftakt, der Wirtschaftsbund betrachte die Kammer gleichsam als sein Eigentum. Der RFW erreichte bei der letzten WK-Wahl 2005 11,4 Prozent, damals ein Minus von satten 7,9 Prozentpunkten.
Beim Nachtslalom in einer Woche in Schladming will es der sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) krachen lassen. Die rote Unternehmerriege vertraut einmal mehr auf den schon 81-jährigen Erwin Stross und will ihm mit Auftritten des SWV-Spitzenmannes Christoph Matznetter und von Touristik-Profi Rudi Tucek in Schladming Schwung für die Zeit bis zur WK-Wahl zwischen 28. Februar und 2. März. geben. Der SWV konnte schon 2005 mit 10,7 Prozent in der Steiermark - anders als bundesweit - den RFW nicht überholen und den prestigeträchtigen zweiten Platz erreichen.
Ein Grund für die allgemeine Zurückhaltung dürfte der tragische Tod des Spitzenkandidaten der Grünen, Hannes Hernler, sein. Das scheint allen Wahlkämpfern eine Dämpfer versetzt zu haben. Ihm folgte Sabine Jungwirth nach, die sicher ist, die 3,1 Prozent vom letzten Mal ordentlich auszubauen. Immerhin kandidideren die Grünen in 60 der 72 Fachgruppen, in denen gewählt wird. Das ist nur unbedeutend schwächer als die Konkurrenz.




















