Bezirks- und Gemeindesuche
Bunte Hunde und graue Mäuse in der Politik
Quereinsteiger in die Politik sind rar geworden. Dabei haben es zwei bis zum Landeshauptmann gebracht.

Foto © APAJörg-Martin Willnauer stieg bei den Grünen ein
Wenn der Kabarettist Jörg-Martin Willnauer am Samstag tatsächlich zum Spitzenkandidaten der Grünen für die Landtagswahl in einem Jahr gekürt werden sollte, tritt er in die Fußstapfen einer ganzen Reihe von so genannten politischen Quereinsteigern. So nennt man jene, die eine Politfunktion erklimmen, ohne vorher die oft mühevollen Sprossen der parteiinternen Aufstiegsleitern berührt zu haben. Als einer der frühen Quereinstiger kann Friedrich Niederl gelten. Der damalige Bezirkshauptmann war natürlich ein "Schwarzer", seine Berufung durch Josef Krainer I. In die Landesregierung war aber überraschend. Und schon gar der Aufstieg zm Landeshauptmann, der der ÖVP in der Folge die besten Wahlergebnisse aller Zeiten bescherte.
Hirschmann und Co.
Die steirische ÖVP war es, die ihre Funktionäre durchaus oft mit Quereinsteigern "beglückte", die sich als "bunte Hunde" oder "graue Mäuse" entpuppten. Gerhard Hirschmann war so einer, oder die Landesräte Hans-Georg Fuchs, Helmut Heidinger und Gerald Schöpfer bis zu Johann Seitinger und Kristina Edlinger-Ploder.
Weit vorsichtiger verhielt sich die SPÖ gegenüber den eigenen Interessensgruppen weit vorsichtiger. Günther Dörflinger bracht es es zum Landesrat und zum ewigen heimlichen Hoffnungsträger, Karl-Heinz Herper führt den - klein gewordenen - Gemeinderatsklub in Graz an. Dafür ist mit Franz Vovs ein echter Quereinsteiger jetzt Landeshauptmann, und Bettina Vollath hat sich nach langem Mühen in der SPÖ einen festen Platz erobert.
Virtuoser ging die FPÖ in ihren früheren guten Zeiten mit solchen Personalien um. Michael Schmid brachte es bis zum Landesrat und Verkehrsminister, Magda Bleckmann wurde als Landesrätin ein Opfer der Knittelfelder parteiinternen Revolte. Heute schließt FPÖ-Chef Gerhard Kurzmann Quereinsteiger in seiner Partei schlicht aus. Gerald Grosz vom BZÖ hingegen kann wegen der spärlichen Parteibasis kaum anders, als Leute von außen zu holen.
Nicht alle Quereinsteiger in die steirische Politik hatten und haben Fortune. Siegfried Nagl, erfolgreicher Grazer ÖVP-Bürgermeister und ebenfalls von "außen" gekommen, muss zusehen, wie seine Stadträtin Sonja Grabner sich schwer tut. Andrea Wolfmayr gehörte dem Nationalrat nur an, so lange Waltraud Klasnic ihre Hand schützend über die oststeirische Autorin hielt. Susanne Winters Wirkung - das ist die Frau mit dem fatalen Mohammed-Spruch - für die FPÖ ist insgesamt zweifelhaft.
Willnauer, der jetzt quer bei den Grünen einsteigen will, soll sich an Judith Schwentner halten. Die hatte sich im Vorjahr erfolgreich quer in den Nationalrat katapultiert.



















