Bezirks- und Gemeindesuche
Konflikte um Gülle, Bauten, Tourismus
Auch Großställe darf man im Freiland bauen. Wegscheider fordert gesetzliche Schranken.

Foto © Jürgen FuchsWegscheider fordert gesetzliche Schranken
Das Freiland diene "der Land- und Forstwirtschaft", steht im Gesetz. Deshalb darf man sogar riesige Ställe im Freiland bauen. Einschränkungen gibt es nur im Baurecht, das im Vorjahr hinsichtlich der Nachbar-Abstände verschärft wurde.
Für sehr große Stallbetriebe muss es Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) geben, die Ansuchen bleiben aber meist knapp unter den Grenzwerten. Der UVP-Experte der Landesregierung, Udo Stocker: "Wir haben derzeit viele Feststellungsverfahren laufen, aber keine einzige UVP." Der Büroleiter von Umweltlandesrat Manfred Wegscheider, Peter Ebner, beobachtet den Trend zu Großställen mit Argwohn: "Wir brauchen ein eigenes Gewerberecht für die Land- und Forstwirtschaft, um die Entwicklung besser steuern zu können."
Ein spezielles Umweltproblem in der Schweinemast ist die Ausbringung der Gülle. Die Großbetriebe verfügen meist über zu kleine Ackerflächen und pachten deshalb Nachbargründe dazu. Die Folge sind hohe Pachtpreise von bis zu 1000 Euro pro Hektar und Jahr. Ein Insider zur Kleinen Zeitung: "Mir wurde so ein Vertrag angeboten, aber nur zum Schein. Der Bewerber hat versprochen, dass gar keine Gülle auf meinen Acker kommt." Die Mastbetriebe weisen das zurück - wasserrechtlich würde alles streng kontrolliert.
Fleischer protestieren
Ein anderes Problem: der Tourismus. VP-Mandatar Josef Ober will "bis zuletzt kämpfen" gegen "jene, die nie genug kriegen können". Sechs große Schlacht- und Fleischbetriebe sind empört, sie haben an VP-Chef Hermann Schützenhöfer einen Protestbrief geschrieben. Die Drohung: "Bauern und Unternehmer suchen sich bald eine andere Partei." Schützenhöfer will nun zwischen den Fronten vermitteln: "Ich bekenne mich uneingeschränkt zur Schweineproduktion, aber es geht nicht um Maximierung, sondern um Optimierung."


















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