Bezirks- und Gemeindesuche
D-Fahrt in die Zukunft des Klinikums
Millimeterarbeit auf der Chirurgie, modernes Spitalsdesign auf der Internen. Mit dem Zentralen Patiententransport werden kleine Unterschiede zu Welten.

Foto © KLZ Digital/David BauerRund 30 Fahrten pro Tag führen den Zentralen Patiententransport durch gesamte Gelände des Uniklinikums
Das Display auf dem Handy zeigt Adolf Weber, wie er die nächsten Minuten verbringen wird. Im Laufschritt oder etwas gemächlicher. Mit Bett oder Rollstuhl. In der Zukunft eines modernen Spitals - oder im veralteten Relikt, dem Zankapfel jahrelangen Tauziehens.
A-Fahrten sind dringend, D-Fahrten weniger. Aufträge bekommt der 48-Jährige alle per SMS. Er ist einer von 80 Mitarbeitern des Zentralen Patiententransports am LKH. Herr Weber war bis 2001 Fußballer in Lieboch, "die Kraft in den Wadeln hab' ich aber noch." Und die braucht er auch, um täglich etwa 30 Transporte quer durchs Gelände durchzuführen. Diesmal beginnt er mit einer D-Fahrt in der Chirurgie, jenem Haus, das seit Jahren heftig umstritten war. Jetzt hat das Gerangel ein Ende, das Gebäude wird neu gebaut. Was das heißt, weiß kaum einer besser als Herr Weber.
Er manövriert eine Patientin vom Zentralröntgen in die Herzstation. Am Kopfende schiebt er
ihr Bett durchs Gang-Labyrinth. Millimeterarbeit im Slalomparcour. Weiße Kittel weichen aus, Besucher ziehen Knie ein. Dahinter immerwährendes Hämmern und Bohren. "Hier ist es oft hektisch, eng und laut." Die vertikalen Verrohrungen werden saniert. Zwischen Klinikpersonal huschen Arbeiter vorbei.
Der Mann eilt mit den Patienten durch den Tag. Gefäßstation, Röntgen-OP, Gefäßstation. "Ich habe anfangs ein halbes Jahr gebraucht, bis ich mich ausgekannt habe. Jetzt bauen sie dauernd um, da ist es wieder schwer." Anästhesie, Intensiv, Thoraxstation, Druckkammer. "Ich habe Schlüssel für die ganze Klinik." Gefäßchirugie, Augen-Ambulanz. Ein Patient ärgert sich, weil er gerade isst, als er abgeholt wird. "Ich mach' den Termin nicht aus. Ich bin nur das Taxi." Das sagt Herr Weber oft. "Ich bin nur das Taxi."
Irgendwann geht es mit dem Lift hinunter auf "Minus Zwei". 15 Meter unter der Erde ist alles anders. In blau-gelbes Licht getauchte Stille. Die D-Fahrt geht in Richtung Zukunft. Als sich auf der Internen die Lifttür wieder öffnet, huscht ein Lächeln über sein Gesicht. "Da schaut's anders aus, gell?" Er wartet keine Antwort ab, sondern schiebt das Bett voran durch breite, helle Flure. Es ist ruhig, nicht so stickig. Kein Bohren, kein Hämmern. Weniger Leute in den Gängen. Keine Schachtelberge. Keine Instrumente. Klinische Ordnung. Herrliche Zukunftsaussichten. "Denn wenn's die Chirurgie ausbauen, schaut's dort auch bald so aus."
Da schwingt die Vorfreude des "Taxifahrers" mit. . .
Zitat
"In manchen Gebäuden am Uniklinikum, wie zum Beispiel in der Chirurge, muss ich oft vorher alles wegräumen, wenn ich mit dem Bett vorbei will. Da ist überall Baustelle, es ist eng und laut."
Adolf Weber


















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