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"Bildung krepiert, weil Dummheit regiert!"
Kurz nach 16.30 Uhr startete der Protestmarsch vor Hauptuni. Rund 1.200 Demonstranten nahmen an der Kundgebung teil.

Foto © KLZ Digital/Erwin ScheriauÖsterreichweit finden heute Aktionen statt, um auf die Bildungssituation aufmerksam zu machen
Eher schleppend kommt die Demonstration vor der Grazer Universität in Schwung. "Schickt SMS an alle, die ihr kennt, damit sie herkommen", schreit ein junger Mann ins Megaphon. Als sich der Zug um 16.30 Uhr in Bewegung setzt, sind es laut Polizei 1000 bis 1200 Teilnehmer - darunter Professoren. Ein Spickzettel hilft bei den Parolen: "Elite-Unis ha ha ha - Bildung ist für alle da!", "Wir sind wenige und wir sind leise - der Bologna-Prozess ist trotzdem scheiße", tönt es aus vielen Kehlen. Musik und Kälte verleiten zum Tanzen. Der Verkehr in der Innenstadt kommt unterdessen zum Erliegen.
Die Medizinstudenten Nico und Sarah, mit ihrem Baby da, sagen unisono: "Die Uni braucht Geld." Sie sind überzeugt, dass Demos und Hörsaalbesetzungen etwas bringen. "Dass etwas organisiert wird und so viele kommen, ist super." Martin, er studiert Umweltsystemwissenschaften, ist nicht so sicher, ob der Protest Wirkung zeigt. Er ist trotzdem da. "Mich stört, dass über Studiengebühren nachgedacht wird und die Kurse überfüllt sind", sagt er.
Schon Stunden davor gab es in Graz Aktionen. So blockierten Studenten der FH Joanneum zwei Minuten lang mit einem Buch in der Hand die Hauptbrücke. Kurz vor 13 Uhr ließ eine 20-köpfige Studentengruppe einen Sarg in die Mur. Am Hauptplatz "bettelten" Studierende für neue Tafelschwämme. Andere schleppten in Ketten gelegte Studenten hinter sich her.
Nach Angeben der Exekutive kam es zu keinen Zwischenfällen. Wie schon bei der Demo am vergangenen Donnerstag, an der jedoch 2.000 bis 2.500 Studierende teilnahmen, führte die Route über die Glacisstraße, den Jakominiplatz und die Herrengasse auf den Hauptplatz und dann über die Sporgasse und durch den Stadtpark zurück zur Universität. Abermals schwenkten die Studierenden ihre Transparente mit Slogans wie "Unsere Bildung ist eure Pension" oder "PolitikerInnen gehen, Probleme bleiben". Auch Professoren zeigten sich solidarisch, wie etwa eine Historikerin erklärte: "Ich bin hier, weil ich will meinen Studierenden noch ins Gesicht schauen können."
Der Demonstrationszug war begleitet von einem Transportwagen mit Boxen, aus denen Hip-Hop-, Disco- und Dancemusik durch die Straßen schallte, die für Aufmerksamkeit sorgte. Passanten mussten den Massen weichen, nahmen Handzettel mit den Forderungen der Uni-Angehörigen an und ließen sich auch persönlich über die Beweggründe informieren. Andere wiederum zeigten sich genervt und wiesen die Flyer von sich. Ihr Ende fand die Demonstration in einer Schlusskundgebung vor der Universität.
Besetzungen gehen weiter
Auch an den kommenden Tagen wollen die Studenten weiterhin die Vorklinik besetzen und Veranstaltungen abhalten: Am Freitag lädt die Arbeitsgemeinschaft Psychohygiene zum "gemütlichen Spaziergang auf den Rosenhain" und in der Nacht findet die "Valentins Youtube Mitternachts Musikstunde" statt. Am Samstag steht ein Konzert mit anschließender Party in der Vorklinik am Programm.
Der Betriebsrat für das wissenschaftliche Universitätspersonal an der Karl-Franzens-Universität zeigte sich bereits am Mittwoch in einer Aussendung verständnisvoll und unterstütze einen Gutteil der Forderungen der Studierenden. Er wünschte sich dringend eine "international vergleichbare Ausstattung für das wissenschaftliche Universitätspersonal" und eine "umfassende Revision der verunglückten Universitätsgesetze seit 2002".
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Bild vergrößernDie ersten Stundenten trafen sich pünktlich um 16.00 Uhr vor dem Hauptgebäude der Uni GrazFoto © KLZ Digital/Barbara Schön
Die ersten Stundenten trafen sich pünktlich um 16.00 Uhr vor dem Hauptgebäude der Uni GrazGrafik © KLZ Digital/Barbara Schön






















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