Bezirks- und Gemeindesuche
Flecker im Interview: "Natürlich lege ich mein Amt zurück"
Landesrat Kurt Flecker verlässt sich darauf, dass die Mehrheit für seine Wahl zum Präsidenten gesichert ist. Das neue Amt will er "politischer" machen als es bisher war.

Foto © FuchsMotiviert auf neuen Wegen
Ihre Wahl zum Landtagspräsidenten ist nicht sicher. Werden Sie Ihr Amt als Landesrat am Montag dennoch zurücklegen?
KURT FLECKER: Wenn der Landeshauptmann keinen anderen Vorschlag macht, natürlich. Ich verlasse mich auf sein Wort.
Sie werden als Kultur- und Soziallandesrat mitten aus Ihrem Schaffen herausgerissen. Zipft Sie das an?
KURT FLECKER: Es geht nicht darum, ob es mich anzipft, aber es ist kein Geheimnis, dass ich Politik gerne umsetze, und dass ich mich auch dazu in der Lage sehe.
Würden Sie es als gutes Geschäft bezeichnen? Statt nur noch ein Jahr in der Regierung sitzen Sie, falls alles klappt, jetzt noch sechs Jahre im Landtag.
FLECKER: Es geht darum, dass der Parteivorsitzende im nächsten Jahr eine Wahl zu schlagen hat, und dass er in erster Linie das Ergebnis verantwortet. Da ist es legitim, dass er sein Team so zusammenstellt, wie er glaubt, dass es für ihn am besten ist. Die Zusage über die Periode hinaus hat aber einen gewissen Reiz.
Sie sind das linke Aushängeschild der SPÖ. Ist Ihr Abgang ein Tribut an SPÖ-Wähler, die sich von der FPÖ angezogen fühlen?
FLECKER: Worüber ich mir eher Gedanken mache ist, dass jede Partei Profile hat, oder haben sollte, und dass es eine Erosion beim Profil geben könnte, was ja auf Bundesebene bereits vollzogen wurde. Ich bin noch immer in der Politik und ich kann mir vorstellen, dass es da und dort attraktiv ist, mich um meine Meinung zu fragen.
Was reizt Sie am Präsidentenamt?
FLECKER: Die Herausforderung dabei ist es, aus dieser Position etwas Politisches zu machen.
Sollte der Präsident nicht überparteilich agieren?
FLECKER: Die Ordnungsfunktion des Präsidenten ist überparteilich, das heißt aber nicht, dass man keine politische Meinung mehr äußern darf. Ich kann mir ja als Präsident Gedanken machen über das Proporzsystem zum Beispiel, oder zu gesellschaftspolitischen Fragen.
Sie sind eine Säule der SPÖ, aufgrund Ihres Wissens und Ihrer Erfahrung. Mit wem sollen die politischen Mitbewerber künftig über das Budget verhandeln?
FLECKER: Das entscheide ich nicht und daher weiß ich es auch nicht.
Dann wissen Sie auch nicht, wem Sie Ihr Wissen weiterreichen sollen?
FLECKER: Ich wüsste nicht.
INTERVIEW: CLAUS ALBERTANI, CLAUDIA GIGLER






















