Bezirks- und Gemeindesuche
Vorau: Todeslenker wartet in Freiheit auf Prozess
Zwei junge Mädchen starben, vier weitere Jugendliche wurden verletzt, als ein 18-Jähriger in Fußgängergruppe raste. Gericht entschied gegen U-Haft.
Quelle © Kleine Zeitung Vorau: "Wie auf einem Schlachtfeld"
Noch Sonntagnacht konnte der 18-jährige Lehrling Rene G. aus Vorau wieder zu seinen Eltern heimkehren - obwohl er mit 1,8 Promille und ohne einen Führerschein zu besitzen einen Wagen gelenkt hatte und in seinem Heimatort in gleich zwei Fußgängergruppen gerast war. Dabei kamen Sonntag früh zwei Mädchen ums Leben, vier weitere Jugendliche erlitten Verletzungen.
Ausnüchterung
Die Beamten der Polizei Vorau hatten zwar einen Haftbefehl beantragt, das Gericht hatte eine Verhängung der U-Haft über den Unfallslenker jedoch abgelehnt: Er hätte einen festen Wohnsitz, einen Arbeitsplatz und sei geständig, dadurch sei kein Haftgrund gegeben. Bei seiner Einvernahme nach seiner Ausnüchterung soll Rene G. ein volles Geständnis abgelegt haben. "Er wusste alles, dass etwas Schreckliches passiert ist, dass er davongerannt ist - nur zwischendurch will er ein kurzes Blackout gehabt haben", so einer der ermittelnden Beamten. Wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Umständen sowie Imstichlassen eines Verletzten drohen dem 18-Jährigen jetzt bis zu drei Jahren Haft. Der junge Mann soll übrigens bereits amtsbekannt sein, wegen mehrere Übertretungen nach dem Jugendschutzgesetz, in Zusammenhang mit Alkohol. Warum er nach dem Fest überhaupt gefahren war? Er hätte seine Freundin (die Besitzerin des Wagens) nicht gefunden.
Dabei hatte der Veranstalter des Festes sogar einen Shuttlebus bereit stehen - gratis für die meist jugendlichen Gäste. "Er ist bekannt dafür, dass er seinen alkoholisierten Gästen die Autoschlüssel abnimmt", wissen Insider. Die Vorauer Polizei hatte übrigens erst im August in Eigenregie eine Schwerpunktaktion "Jugendliche Verkehrsteilnehmer" durchgeführt. "Bei 184 Kontrollen gab es nur zwölf Anzeigen - und kein einziger Lenker war alkoholisiert gewesen", so Postenkommandant Franz Handler.
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