Bezirks- und Gemeindesuche
Alle gegen Gratis-Nachhilfe
Wirbel um BZÖ-Forderung, dass Lehrer in den Ferien drei Wochen Gratis-Nachhilfe geben sollen. Die Gewerkschaft, Eltern- und Schülervertreter sind dagegen.

Foto © APAGeht es nach Ursula Haubner (BZÖ) sollen künfitg nicht nur Schüler in den Ferien Pauken, Lehrer sollen zu Gratis-Nachhilfe verpflichtet werden
Von wegen Ferien. Etwa jeder zehnte steirische Schüler schwitzt derzeit nicht in der Sonne, sondern über seinen Schulbüchern und lernt für die Nachprüfung. Geht es nach BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner soll dieses "Schicksal" auch den Lehrern blühen. "Um die Eltern finanziell zu entlasten, sollen die Lehrer in den letzten drei Ferienwochen den Nachprüfungskandidaten gratis Nachhilfe geben", so die Forderung.
Josef Pilko von der Lehrergewerkschaft ist genervt: "Wenn politisch sonst nichts los ist, fällt ihnen wieder diese Geschichte ein". Selbstverständlich könne man über eine Neuverteilung von Arbeitszeit und Dienstverhältnissen der Lehrer sprechen; gratis Nachhilfestunden seien aber indiskutabel.
Junglehrer für Nachhilfe
Ähnlich sieht das auch Landesschulratspräsident Wolfgang Erlitz. "Man könnte Junglehrer für die Nachhilfe in den Ferien einsetzen", so der Vorschlag, den auch Hans Adam von der Gewerkschaft der AHS-Lehrer unterstützt. Unentgeltlich solle das jedoch nicht passieren.
Die Position der Lehrer scheint recht klar (siehe Umfrage rechts). Landesschulsprecherin Marlene Vukmanic hält die Gratis-Nachhilfe auch nicht für sinnvoll. "Ein solches Projekt muss sowohl für Lehrer als auch für die Schüler attraktiv sein," betont sie. Manchmal sei die zwischenmenschliche Beziehung eines "Fünferkanditaten" mit seinem Lehrer nicht sehr gut. Dieser würde Nachhilfe eher von einem Fremden. Und die Lehrer würden wiederum ohne finanzielle Gegenleistung wohl kaum gute Nachhilfe-Arbeit leisten.
"Neun Wochen Ferien sind für viele Kinder aber wirklich zu lang", lenkt Ilse Schmid, Präsidentin des steirischen Landesverbands für Elternvereine, ein. "Statt Nachhilfe sollte es jedoch musische, sportliche und auch naturwissenschaftliche Workshops geben." So würde die schulische Infrastruktur am besten genutzt.

















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