Bezirks- und Gemeindesuche
Blauzungenimpfung: Tierärzte-Chef fordert Seuchentagung
Falsche Informations-Politik sorgt für Unsicherheit bei Blauzungen-Impfung.

Foto © APA
Wegen der Pflichtimpfung gegen die Blauzungenkrankheit liegen die Nerven blank. Aus drei Bezirken gibt es Beschwerden, weil Tierärzte ungefragt in die Stallungen marschierten, um zu impfen. Protestversammlungen gegen die Impfaktion gibt es nahezu jede Woche, dazu die Ankündigung eines Musterprozesses der Grünen und Verschwörungstheorien da wie dort - in der Landwirtschaft brodelt es.
Schlussstrich ziehen. Jetzt will Franz Krispel, Landesstellenleiter der österreichischen Tierärztekammer einen Schlussstrich ziehen: "Ich organisiere eine Informationsveranstaltung mit Experten aus allen Bereichen. Denn ich gebe ganz offen zu, dass diese Veranstaltung bisher fehlte. Das hätte man machen müssen, bevor geimpft wird." Die Heftigkeit der Proteste von Impfgegnern habe auch ihn überrascht.
Impfpflicht endet. Landesveterinärdirektor Peter Wagner stellt klar: "Mit 31.März endet die Verordnung, und damit auch die Impfpflicht. Das heißt nicht, dass man es sich aussuchen kann. Bis dorthin ist der komplette Tierbestand durchgeimpft. Aber Tiere, die danach geboren werden, können freiwillig geimpft werden." Mit Juni 2009 läuft das Serum für den im Frühjahr 2008 eingekauften Impfstoff ab - "ob wir einen neuen brauchen werden, hängt von der Seuchenentwicklung ab".
Legal? Indes bleibt der Agrarsprecher der Grünen, Lambert Schönleitner, hartnäckig. "Die Verordnung zur Bekämpfung der Seuche endet mit Ende März, bestraft wird aber schon jetzt. Wir prüfen, ob das legal ist."
Zu den erwähnten Beschwerden über Tierärzte meinte Krispel: "Ihnen wurde eine Kopfwäsche verpasst."




















