Bezirks- und Gemeindesuche
"Wer zurück bleibt, findet keinen Platz"

Foto © APÜberraschenderweise hat ein hoher Prozentsatz der Kinder, die sprachlichen Förderbedarf benötigen, keinen Migrationshintergrund
Waren Sie überrascht, dass ein so hoher Prozentsatz der Kinder mit sprachlichem Förderbedarf gar keine Ausländer sind?
BETTINA VOLLATH: Dass es mehr als die Hälfte ist? Ja..
Worauf führen Sie es zurück?
VOLLATH: Kinder erziehen ist Beziehungsarbeit. In einer Zeit, in der immer weniger Zeit bleibt für Kinder, bleibt auch immer weniger Zeit, miteinander zu reden.
Braucht es da jetzt einen anderen Zugang zum Kind?
VOLLATH: Es ist eine Bestätigung dafür, dass unser Weg richtig ist: Schluss mit dem verstaubten Bild der Kindergartentante. Wir leben in einer Wissensgesellschaft und wer da zurückbleibt, der findet da kaum noch einen Platz für sich. Da dürfen wir die ersten sechs Lebensjahre nicht außer Acht lassen. Wenn man erst mit sechs Jahren anfängt die Defizite aufzuholen, dann ist vorher zu lange zu viel falsch gelaufen.
Eltern haben oft Angst, dass ihnen ihre Kinder zu früh abhanden kommen.
VOLLATH: Ein Kind braucht beides, die Eltern und den Kindergarten. Oft lernen die Eltern im Kindergarten auch etwas Neues über ihre Kinder und beziehen daraus Tipps für ihren Alltag.
Es soll jetzt eine eigene Abteilung im Land geschaffen werden?
VOLLATH: Ja. Wir machen aus dem bisherigen Referat in der Schulabteilung eine Abteilung für vorschulische und musikalische Bildung. Erstens um den Stellenwert der frühkindlichen Pädagogik zu unterstreichen und zweitens auch wegen der einfacheren Wege - für beides sind nämlich die Gemeinden zuständig.




















