Bezirks- und Gemeindesuche
Sein Leben in den Griff bekommen
Helga Stücklberger ist Österreichs erste Lions-Quest-Trainerin für Pädagogen. Ziel ist, Pubertierenden das Erwachsenwerden zu erleichtern.

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Die Schülerinnen und Schüler sitzen in der Klasse, die Lehrerin stellt eine Frage. Ein Bub zeigt auf, darf antworten. Er steht auf, beginnt zu stottern und dann ist die Antwort auch noch falsch. Die Mädchen kichern, die Buben verhöhnen ihn. Und in der Pause wird's erst richtig losgehen mit der Hänselei. Das sollte in der Klasse von Helga Stücklberger nicht passieren. Oder nur ein Mal. Die Pädagogin ist für solche Situationen trainiert. Sie weiß, wie man Stotterer in die Klasse integriert. Sie weiß, was man tun kann, damit jeder in der Gruppe seinen Platz hat, ohne Angst vor den anderen haben zu müssen.
Ausbildung. "Lebenskompetenz" nennt Helga Stücklberger dies, die Kunst, sein Leben zu meistern, ohne zu Gewalt oder gar zu Drogen greifen zu müssen. Stücklberger wendet das Lions Quest-Programm "Erwachsen werden" aktiv in ihrer Schule, dem Gleisdorfer Gymnasium, an. Mit ihrer Ausbildung zur Lions-Quest-Trainerin für Pädagogen ist sie darüber hinaus die erste Österreicherin, die diese Ausbildung absolviert hat. Sie kann nun Pädagogen ausbilden. 2005 startete das erste Ausbildungsseminar in Österreich, initiiert vom früheren Präsidenten der Weizer Lions, Franz Mayer.
USA. Das Lebenskompetenzprogramm für Zehn- bis Fünfzehnjährige kommt aus den USA und wurde vom deutschen Jugendforscher Klaus Hurrelmann für deutsche Verhältnisse adaptiert. Mayer brachte das Programm nach Österreich und fand in Stücklberger eine Mitstreiterin.
Starker Zusammenhalt. Das Programm gibt Pädagogen einfache Handwerksmittel in die Hand, mit denen sie auf Probleme in der Gruppe eingehen können - eingebaut in den Unterricht oder als komplette Sozialstunde. Stücklbergers schönstes Erlebnis? "Es ist erstaunlich, wie intensiv der Zusammenhalt in der Gruppe werden kann", sagt sie, "es ist schön, wenn du merkst, keiner hat Angst, ausgelacht zu werden." Dies wirke sich auch auf die Lernfähigkeit der Schüler aus. "Wenn du ein paar Niedermetzler in der Klasse hast, wird's zum Problem. Wenn aber jeder in der Gruppe seinen Platz hat, kann man wirklich am Stoff arbeiten." Für sich habe sie gelernt, "hinzuschauen, sich bewusst werden, dass sich in der Gruppe was tut. Und auch, die Herausforderung anzunehmen und etwas zu unternehmen."
Pubertät. Dass dieses Programm auf Zehn- bis Fünfzehnjährige zugeschneidert ist, hat seinen Grund: "Gerade der Veränderungsprozess während der Pubertät belastet viele, in dieser Zeit passiert die Persönlichkeitsbildung. Da darf man Jugendliche nicht allein lassen", sagt Stücklberger. Sie muss es wissen - hat sie doch selbst drei Kinder im Alter von 17, 13 und zehn Jahren.




















