Bezirks- und Gemeindesuche
Steirische Pflichtschullehrer fühlen sich im Stich gelassen
Umfrage der sozialdemokratischen Lehrergewerkschafter ergab, dass 77 Prozent der Umfrage-Teilnehmer mit Rahmenbedingungen nicht zufrieden sind.

Foto © APAViele steirische Pflichtschullehrer fühlen sich überfordert
"Den steirischen Lehrerinnen und Lehrern geht es schlecht": Das, so Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Friedrich Jakl, zeige eine landesweite Umfrage, die die sozialdemokratische Fraktion im Zentralausschuss der Personalvertretung der Pflichtschullehrer durchgeführt hat. 77 Prozent jener 1.352 Lehrer, die an der Umfrage teilgenommen haben, seien mit den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht zufrieden.
Mehr Dienstposten. "Drei von vier Lehrern meinen, dass die Bedingungen sehr schlecht sind", schildert Jakl die Ergebnisse der im Mai 2008 durchgeführten Umfrage unter allen 9.178 steirischen Volks-, Haupt- und Sonderschullehrern sowie Lehrern der Polytechnischen Schulen. Den größten Handlungsbedarf sehen die Pädagogen bei der Erhöhung der Zahl der Dienstposten, insbesondere für die Integration von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten, mit nichtdeutscher Muttersprache und Kindern mit körperlichen und geistigen Defiziten, so Jakl. Im Umgang mit schwierigen Schülern wünsche man sich außerschulische Fachkräfte und eine verstärkte Einbindung der Eltern in eine gemeinsame Erziehungsarbeit.
Aufgaben. Erschwert werde die Tätigkeit der Lehrer durch "steigende bürokratische und administrative Aufgaben im Zusammenhang mit geringen Ressourcen und belasteten Pädagogen". Von der Schulverwaltung fühlen sich die Lehrer nicht gut gestützt: Die Anerkennung ihrer Arbeit wurde von 62 Prozent als "weniger gut" oder "nicht gut" beurteilt. Absolut im Stich gelassen fühlen sich die Lehrer von der Politik: 64 Prozent wollten oder konnten keine Partei nennen, die ihre Interessen auf Landes- bzw. Bundesebene vertritt.
Kritisch. Sehr kritisch stehen die Lehrer der Einführung der "Neuen Mittelschule gegenüber", schildert Personalvertreterin Ingrid Pöltl. Die Lehrer würden befürchten, dass die aktuell besseren "Versuchsbedingungen" nicht ins Regelschulwesen übernommen werden könnten. Die Einführung ganztägiger Schulformen werde von 39 Prozent begrüßt. Als unerlässliche Voraussetzung werde allerdings das entsprechende räumliche Angebot und eine zeitgemäße Ausstattung der Arbeitsplätze für Lehrer und Schüler angesehen, so Pöltl.




















