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Zuletzt aktualisiert: 03.10.2008 um 19:14 UhrKommentare

Heizen mit Ökoenergie: Überlegungen zum Umstieg

Immer mehr Steirer steigen beim Heizen von Öl auf Pellets um. Nicht immer ist so ein Wechsel sinnvoll. Geht man überlegt vor, macht sich die richtige Heizung rasch bezahlt.

Der Wechsel v on Öl auf Pellets muss gut überlegt werden

Foto © Helmuth WeichselbraunDer Wechsel v on Öl auf Pellets muss gut überlegt werden

Umrüsten oder doch nicht - das ist hier die Frage. Zumindest wenn's ums Heizen geht. Denn auch wenn sich der Ölpreis gerade nach unten bewegt, grübeln viele der rund 150.000 Steirer, die noch einen Öltank im Keller haben, ob sich ein Wechsel hin zu Biomasse nicht doch rentieren könnte.

Deutliche Einsparungen. Immerhin, die Kosten dafür sind nicht unerheblich. Mit 16.000 bis 17.000 Euro drückt eine Umrüstung von Öl auf Pellets durchschnittlich auf die Haushaltskasse, informiert Gerd Ulz, Geschäftsführer des Landesenergievereins. Diverse Förderungen versüßen die Anschaffung zwar - doch ein neuer Ölkessel, der mitunter deutliche Einsparungen im Verbrauch bringen kann, ist um verhältnismäßig günstige 5500 Euro zu haben.

Umrüstung. Zahlt sich da ein Wechsel aus? Das hängt vor allem vom Alter der Heizung ab. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Ölkessel im Keller, der älter als sieben bis neun Jahre ist, sei die Umrüstung für gewöhnlich sinnvoll, sagt Ulz. "Wenn die Heizung älter als zehn Jahre ist, braucht man gar nicht mehr lange nachzurechnen."

Wärmedämmung. Einfach blind zu wechseln empfehlen Energieberater dennoch nicht. Denn wer mit seinem Haus die halbe Umgebung mitheizt, zahlt auch bei Biomasse mehr als nötig. Soll heißen: Bevor der Wechselwillige die alte Heizung zum Schrottplatz befördert, sollte er überprüfen, wie es um die Wärmedämmung des Hauses steht. "Bei Heizkosten von mehr als zehn Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegt man schon im schlechteren Bereich und sollte zuerst die Wärmeisolierung verbessern", rät Ulz.

Gesamtkostenbelastung. Peter Sohar vom Institut für wirtschaftliche Ölheizung hält den Boom, den Pellets derzeit erleben, für überzogen. In der Gesamtkostenbelastung von Anschaffung, Betrieb und Wartung würden sich moderne Ölheizungen noch immer rechnen, sagt er. Pellets würden zudem die Luft stärker mit Feinstaub belasten.

Weniger Feinstaub. Die Energieberatung des Landes rät im feinstaubgeplagten Graz aus diesem Grund von Pelletsheizungen ab. Wenngleich moderne Biomassekessel deutlich weniger Feinstaub ausstoßen als ältere Modelle. "In Graz empfehlen wir aber generell keine Einzelfeuerungsanlagen, sondern Fernwärme", sagt Ulz.

Sprung nach oben. Fest steht: Hat man die Investition für eine Pellets-Heizung einmal herinnen, wärmt es sich mit den gepressten Holzwürmern wesentlich günstiger. Die Wärme aus Erdöl kostet zur Zeit mehr als das Doppelte. Ob das so bleibt, hängt nicht nur vom Ölmarkt ab, sondern auch von den Pelletspreisen ab. Und die hatten vor zwei Jahren einen heftigen Abstecher nach oben hingelegt, der vielen noch heute in den Knochen sitzt. Inzwischen haben sich die Produktionskapazitäten bei Pellets deutlich gesteigert. Eine Wiederholung so eines Preissprungs sei deshalb nicht mehr denkbar, beruhigt man in der steirischen Landwirtschaftskammer.


Fakten

Der Preis für Heizöl ist seit dem Spätsommer seit langem wieder gesunken und liegt zur Zeit etwa auf dem Niveau, den er im Frühjahr hatte. Die Pellets-Preise liegen, abgesehen von einem deutlichen Ausreißer im Jahr 2006, seit Jahren konstant. Wer eine Ölheizung hat, zahlt für eine Kilowattstunde Wärme derzeit etwa neun Cent.

Pellets

Mit Pellets als Wärmeträger kostet die selbe Menge Energie weniger als vier Cent. Für den Einbau einer Pelletsanlage gibt es mehrere Förderungen. Das Land Steiermark schießt 1400 Euro zu, auch die Gemeinden zahlen unterschiedlich hohe Förderungen. Bis Ende November des heurigen Jahres gibt es außerdem 800 Euro aus dem Klima- und Energiefonds.

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