Bezirks- und Gemeindesuche
SPÖ: Kaum Freude an "Strafe" für die ÖVP
Die steirischen SPÖ-Funktionäre wurden ihres höchst relativen Erfolges nicht froh. Viele vernahmen die Ergebnisse fassungslos.
Der herbstliche Ausblick auf die Dächer des einstigen Arbeiterbezirkes Eggenberg stimmte nicht versöhnlich. Schon in den späten Mittagsstunden kamen SPÖ-Funktionäre und Sympathisanten in die Landesparteizentrale, um unter der Hand Wahltrends zu erfahren. Sie vernahmen Unglaubliches. Um 13.30 Uhr, als hundert Gemeinden ausgezählt waren, zeichnete sich das spätere steirische Endergebnis ziemlich deutlich ab. Viele vernahmen es fassungslos. "Was ich befürchtet habe", meinte Altlandesrat Hannes Bammer. "Ich bin ja nur froh, dass die Schwarzen hinten bleiben", gab sich eine Parteiangestellte ehrlich. Zwei Stockwerke tiefer trafen sich die roten Gewerkschafter. "Die Fraktion sitzt unten und weint", meinte ein Adabei.
Methodik. Die Ergebnisse, vom Computer auf die Wand projiziert, wurden auch mit der Zeit nicht besser. Als aus Hieflau das Minus von "nur" 3,2 Prozent gezeigt wurde, atmete einer erleichtert auf: Na bitte!" Die Grazer Stadträtin Elke Edlinger ergänzte: "Das tät? ma aushalten". Aber der Trend ging anders. In Bruck etwa fuhren die Genossen einen Absturz von 11,6 Prozent ein. Nur noch 44 Prozent in einer roten Hochburg. Hans Marcher, früherer Landesparteisekretär, erkannte rasch eine "Methodik" der Ergebnisse: "Wer den Bürgermeister hat, der verliert."
Egoisten. Dass die ÖVP noch viel stärker verlor und auch auf der Ebene von Nationalratswahlen zur Nummer 2 im Land absank, wurde befriedigt, aber nicht freudig kommentiert. Auch alle roten Granden, die langsam in der Parteizentrale eintrudelten und ernste Mienen aufsetzten, wurden nicht froh über diese "Abstrafung" der ÖVP, wenn sie sie auch als durchaus gerecht empfanden. Landeshauptmann Franz Voves, mit der Gattin erschienen – wirkte sogar echt mitgenommen: "Alle, die ihren Egoismus ausgelebt haben, sollen sich einmal in den Spiegel schauen und möglichst schnell die Bühne verlassen." Ausdrücklich schloss Voves auch Personen seiner Partei hier mit ein, nannte aber keine Namen.




















