Bezirks- und Gemeindesuche
Zeckenalarm: "Der Mensch wird sie niemals ausrotten"

Foto © APAExperten rufen zur Zeckenschutzimpfung auf
Herr Zenz, wieder einmal gibt es einen Aufruf zur Zeckenschutzimpfung. Ist das ein Marketing-feldzug im Zusammenhang mit der aktuellen Impfaktion?
WERNER ZENZ: Man braucht da nicht herumreden, natürlich hat es wirtschaftliche Gründe, warum das Thema "Impfen" immer wieder aufflammt. Andererseits: Die FSME-Impfung ist auch die einzige Impfung im Land, die beinahe unumstritten ist.
Hat das nicht sehr viel mit der Angst zu tun, die geschürt wurde? Jedes Kind weiß ja um die Gefahren, die von Zecken ausgehen.
ZENZ: Genau, hier hat die Werbung zweifellos gegriffen, ganz anders als beispielsweise bei Meningokokken. Auch die Influenza-Viren werden als längst nicht so gefährlich empfunden, obwohl sehr viele Menschen, besonders ältere, alljährlich davon betroffen sind.
Was spricht denn eigentlich für eine Impfung?
ZENZ: Folgendes: In Tschechien gab es 1000 FSME-Fälle im Jahr 2006. In ganz Österreich hatten wir keine 50. In Slowenien gibt es etwa 100 FSME-Fälle, in der Steiermark dagegen im Schnitt nur ein, zwei pro Jahr. Anders ausgedrückt: Durch die hohe Durchimpfungsrate ersparen wir in Österreich mehr als 100 Menschen pro Jahr ein Leben im Rollstuhl. Wir vermeiden durch Früherkennung und Behandlung auch rund 400 Borreliose-Fälle, die sonst 14 Tage im Krankenhaus versorgt werden müssten.
Zecken sollen aber ohnehin bald dem Klimawandel zum Opfer fallen und austerben. . .
ZENZ: Wohl kaum. Der Mensch wird sie nicht ausrotten können.




















