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Skiflug-WM

Müller ist ansprechbar und stabil

Beim Einfliegen der WM-Schanze am Kulm in Bad Mitterndorf ist Lukas Müller am Mittwoch schwer zu Sturz gekommen. Der Kärntner zog sich eine schwere Wirbelverletzung zu, sein Zustand ist stabil.

SKIFLIEGEN - FIS WC, Skifliegen am Kulm
Lukas Müller © GEPA pictures
 

Das "Einfliegen" der Vorspringer für die Skiflug-Weltmeisterschaften auf dem Kulm bei Bad Mitterndorf/Tauplitz ist am Mittwoch von einem schweren Sturz des Kärntners Lukas Müller überschattet worden. Der 23-Jährige kam nach der Landung bei rund 120 m wegen eines Materialproblems zu Fall und zog sich eine schwere Wirbelverletzung zu.

Am Mittwochabend operiert

Müller habe zunächst seine Beine nicht gespürt, die Symptomatik habe sich aber während der Erstversorgung gebessert, berichtete Notarzt Ulf Karner. Die ersten Nachrichten aus der Uniklinik Graz klangen aber besorgniserregend. "Es ist doch eine sehr schwere Wirbelsäulenverletzung mit noch nicht vorhersehbaren Folgen", sagte Karner in Bad Mitterndorf. Müller wurde am Mittwochabend an der unteren Halswirbelsäule operiert.

Sturz bei Rund 120 Metern

Der frühere Junioren-Weltmeister, der keinem ÖSV-Kader mehr angehört und im Stützpunkt Salzburg trainiert, hatte laut Rennleiter Harald Haim aus einer guten Flugposition in der Luft plötzlich die Balance verloren. Der linke Ski drückte zum Körper, leitete damit eine Rotation ein und führte zum Sturz bei rund 120 m. "Aufnahmen deuten darauf hin, dass sich die über den Rist führende Schuhschnalle wegen des Drucks geöffnet hat", erklärte Haim.

Müller wurde an der Schanze notärztlich versorgt: Der Helikopter, der ihn nach Graz fliegen sollte, kam wegen Nebels nur bis Wald am Schoberpass, von da erfolgte der Weitertransport mit einem Rettungsauto.

Erinnerung an Morgenstern-Sturz

Mit diesem Sturz wurden Erinnerungen an schreckliche Unfälle von Skispringern in Österreich in den vergangenen zwei Jahren wach. 2014 war Thomas Morgenstern auf der "alten" Kulm-Schanze im Training schwer gestürzt. Der dreifache Olympiasieger schlug aus großer Höhe auf dem Aufsprunghügel auf und zog sich eine schwere Schädelverletzung mit Gehirnblutung sowie eine Lungenquetschung zu. Doch Morgenstern hatte Glück, schon drei Wochen später gab er sein Comeback auf der Schanze.

Der US-Amerikaner Nick Fairall ist hingegen nach einem Sturz in Bischofshofen Anfang Jänner 2016 an den Beinen gelähmt. Vor wenigen Tagen kehrte der 26-Jährige zum Tournee-Finale dorthin zurück und berichtete über seinen harten Einsatz in der Rehabilitation und seine Hoffnung, wieder gehen und sogar springen zu können.

Schock "sitzt tief"

ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin hatte auf der Anreise vom Unfall seines früheren Schützlings Müller erfahren. "Der Schock sitzt tief, da ist es schwierig, den Fokus auf den Sport zu richten", erklärte der Kärntner. "Wenn jemand stürzt, dann gibt es leider schwere Verletzungen. Das macht einen als Trainer nachdenklich", betonte Kuttin.

Bezüglich Sicherheit müsse man sich für die Zukunft etwas überlegen, "doch der Sport geht weiter", sagte Kuttin. Er sei in Gedanken bei Müller und hoffe, dass alles gut ausgehe. "Aber wir müssen uns nun vom Kopf her zu hundert Prozent konzentrieren." Seinen Athleten will der Coach offen Informationen geben und das Thema klar ansprechen.

Aus Schuh gerutscht?

Bei heftigem Schneetreiben waren beim Kärntner nach 120 Metern in der Luft Materialprobleme aufgetreten. Angeblich soll der 23-Jährige, der bereits 2010 bei der Qualifikation am Kulm einmal schwer gestürzt, dabei aber unverletzt geblieben war, aus dem Schuh herausgerutscht sein.

Hier Müllers Sturz 2010 am Kulm:

Video3 (410dfb8b)

 

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Danke für Ihr Verständnis.

perkinelmer
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Es lebe

der Spurt... Fendrich hat schon recht. Wieviel Querschnittler gibts den eigentlich jetzt schon. 3 in meinem Umfeld allein schon.

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monk2
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Warum hetzt man

einen Springer, der es nicht kann, über so eine Schanze? Bei diesen Bedingungen.
Nur für die Eitelkeiten von ein paar Organisatoren und Wichtigmachern.

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Manzi
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warum

zeigt ihr einen Sturz der 6 Jahre vergangenen ist!!!!?????

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Ukita
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Respekt

Respekt für die Gesamtsituation. ..Sowohl für den Veranstalter, dessen Auftakt für eine reputable Veranstaltung getrübt ist als auch für den jungen Athleten dem alle Energie und Kraft zu wünschen ist.

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pink69
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alles

nur erdenklich Gute Lukas Müller ! Ein Wahnsinn, diese Sprungentwicklungen und Weitenjagden.

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klauka5563
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ALLES GUTE ...

.. dem jungen Springer !!!! ... mög die Verletzung nicht so schlimm sein und die Operation gut verlaufen !!!!
...und all wichtigen "SCHREIBERN " hier auf dieser Seite : ihr könnts wahrscheinlich nicht einmal RADFAHREN ...

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hermyne
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Bravo

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monk2
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Die schwachsinnige

Drang Weltrekord auf dieser Anlage zu springen, wird Opfer fordern, ist zu fürchten.
Ich glaube man ist an den physikalischen Grenzen angelangt.
Unfassbar auch, welche Subventionen in so eine Randsportart fließen. Der Umbau hat Millionen gekostet und wer hat das gezahlt? Wer wohl.

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Schwupdiwup
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Ja, da freue ich mich auch tierisch, dass ich zur Finanzierung von "Brot und Spiele" beitragen darf.
So, und jetzt fahr ich nach Klagenfurt, zum schönsten Stadion Österreichs und dann kick ich dort drinnen zur Gaude meinen Fußball ein bisschen durch die Gegend. Nachdem ich das ja schließlich auch mitfinanziert habe, werden's mich das wohl lassen... ;-)

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BigBang12
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@monk2

Eine skurrile Sportart, die eigentlich nur von einer zirkusähnlichen Artistentruppe ausgeübt wird, die aber mit Millionen subventioniert wird. Alles Geld das dem Breitensport fehlt!

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Hildegard23
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Zirkusähnlich

wie kommt man bitte auf so einen dämlichen Gedanken? Skispringen ist ein Leistungssport und fordert mehr Training etc. als der angeblich so wichtige Fußball

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manfred100
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Mythos des Sports

Leistungssport Ja-aber um welchen Preis. Wenn man zu analysieren beginnt, ist es eine Belustigung der Massen auf Kosten von ein paar jungen Menschen, die einem Mythos hinterhereifern, welcher sich hinter dem Märchen des Sports versteckt.In Wahrheit ist es das Verlangen nach Gewinn auf Kosten von fehlgeleiteten jungen Menschen, die Kopf und Kragen riskieren um den Mythos des Spitzensports am Leben zu halten.

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Ferrando
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Kulm-Pressechef Bernhard Foidl,

dieser Hr. hat zu einer Verletzung überhaupt kein Statement abzugeben, es sei, er ist ARZT.

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Ferrando
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Das nervt

schon wieder, Hr. F.

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Austriaultima
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So sehr ich Skiflug liebe, so sehr wünsche ich jedem Teilnehmer dass sie gut runterkommen. Es ist und bleibt ein Leistungssport, mit einem Rest-Risiko. Auf alle Fälle gute Besserung an den Hrn. Müller!

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Ferrando
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Möge alles

"gut ausgehen".
Alles Gute junger Mann, das wird wieder !!!

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monk2
0
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Bedauerlich,

bei diesem Sport ist man bei jedem Sprung aufs Glück angewiesen, dass nicht plötzlich ein Windstoß kommt.

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