Skigymnasium im FokusWerdenigg über Anschuldigungen gegen Stams: "Typisch für dieses System"

Nikola Werdenigg äußert sich zu den neuen Vorwürfen, die gegen das Skigymnasium Stams erhoben werden. Sie hätte das in ihrer Zeit aber nie erlebt.

Nikola Werdenigg
Nikola Werdenigg © Mandl
 

"Es macht sehr betroffen", sagte Nikola Werdenigg zu den Aussagen des ehemaligen ÖSV-Aktiven, die schwere Anschuldigungen gegen das Skigymnasium Stams erheben. "Diese Machtübergriffe, die durchaus auch sexualisierte Gewalt sind, sind so typisch für dieses System", sagte Werdenigg. Ohne diese Übergriffe, mit denen Neulinge, junge Leute, in das System eingeführt werden, würde das Ganze vielleicht nicht so funktionieren.

"Da werden Tabus gebrochen: Bei uns ist das so, dann gehört man dazu und schaut zu und macht möglicherweise sogar selbst mit." Festgehalten wollte sie aber wissen, dass ihr "die Zeit in Stams nach wie vor heilig und wichtig" sei. "In meiner Zeit in Stams wäre so etwas unter den Frauen, unter den Mädchen undenkbar gewesen. Wir haben in der Zeit in den frühen Siebzigerjahren stark feministische Diskussionen geführt." Werdenigg hatte vor knapp zwei Wochen von sexuellen Übergriffen zu ihrer aktiven Zeit berichtet, im Skigymnasium Stams habe sie aber nie etwas Verdächtiges erlebt.

"Was jetzt unabhängig von diesen groben Verletzungen betrachtet werden muss, ist dass diese Riten losgelöst vom Sportverband immer diese hierarchischen, autoritären Verhältnisse befeuern. Das gibt es seit Jahrhunderten wahrscheinlich schon, das ist in Burschenschaften gang und gäbe, das ist im Militär immer gang und gäbe gewesen. Das zeigt, wie solche Systeme Menschen brechen", sagte Werdenigg.

Junge Menschen, die aus anderen sozialen Umfeldern kommen und sensibel seien, würden gebrochen. "Und ab dem Moment, wo sie das über sich ergehen haben lassen müssen, wenn sie es aushalten, gehören sie dazu. Es gibt auch viele, die es nicht aushalten. Das ist dramatisch."

Kommentare (5)

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ulihoch
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Schröxi

Wie lange wird der Schröxi noch die Macht im ÖSV ausüben und sich daran bereichern. Immer wieder betont er dies ehrenamtlich zu machen. Welche Schigebiete (https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schr%C3%B6cksnadel) und - Lifte hat er während seiner Funktion erworben? - denken ist angesagt! Es war doch unerträglich wie er in der ZIB2 den ÖSV von den Vorwürfen befreien wollte. Schuld sind nur die Zubringer! Die kleinen Schihauptschulen tragen die Hauptlast . Der ÖSV ist frei von jeder Last. Wer jemals für den ÖSV fahren wollte kennt doch die Methoden (Tiroler/in!?).

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dude
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Ich will hier nichts Schönreden...

...allerdings auch nichts Verteufeln! Zu Stams, oder anderen Skiinternaten kann ich nichts sagen, weil ich nie dort war. Beim Bundesheer habe ich schon vom "Pastern" gehört, allerdings nie erlebt.
Solch steinzeitliche Rituale unter Gleichaltrigen hat es immer gegeben und wird es mit Sicherheit auch in Zukunft immer geben. Man muß mE aber auch akzeptieren, daß Menschen, die sich mit Skiern mit 150 km/h über vereiste Steilhänge hinunterstürzen, die ebenso mit Skiern 250 m weit springen, die 200 km i.d. Woche Langlauf trainieren etc., auch in ihrer Freizeit anders ticken als 0815-Bürger. Ganz zu schweigen von Soldaten, die zum Töten ausgebildet werden.

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Sepp57
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Die Mythen werden

anscheinend alle zerstört. Die saubere Märchenwelt.
Nichts ist mehr so, wie man das einmal dem kleinen Hansi erzählt hat. Hinter der sauberen Fassade ist Dreck. Überall, mehr oder weniger. Egal, ob Sport, Geschäft oder Politik.
Die Realität ist kein Gut Aiderbichl. Na ja, das ist sowieso auch nicht so, wie die tun, ist auch nur Geschäft . .

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Lamax2
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Tier-Mensch

Man müsste glauben, dass manche Menschen den Zustand eines Pavians mit den harten Regeln in der Horde noch nicht verlassen haben.

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pinsel1954
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Dieses Systhem schafft die Eliten unseres Landes....

......und die Vorbilder für die nächste Generation.....
EINFACH TRAURIG!

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