Dopingkampf wird forciert
Kein Schlupfloch mehr. Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka will künftig auch den Besitz von Dopingmitteln strafrechtlich verfolgbar machen.

Foto © GEPAReinhold Lopatka am Rande der Österreich-Rundfahrt
Kein Tag ohne Dopingmeldung, so war es zumindest in den letzten Wochen. Für Österreichs Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka zwar kein Grund zur Verzweiflung, aber einer, um den Kampf gegen Doping weiter zu forcieren. Seine Forderung: "Schon der Besitz von Dopingmitteln soll strafrechtlich verfolgt werden."
Altstadtkriterium
Dorn im Auge.
Dass derzeit nach dem Arzneimittelgesetz nur das In-den-Verkehr-Bringen und die Verabreichung von Doping strafrechtlich verfolgbar sind, ist ihm ein Dorn in Auge. In der jüngsten Vergangenheit kamen deshalb mutmaßliche "Dopingsünder" unbehelligt davon. So etwa im Vorjahr in Tirol ein Niederländer, bei dem man bei einer Fahrzeugkontrolle 89.000 leistungsfördernde Tabletten und 888 Ampullen fand. In Ermangelung eines entsprechenden Rechtshilfeabkommens mit den Niederlanden wurde das Verfahren gegen den Bodybuilder eingestellt.
Verfahren eingestellt.
Ebenfalls im Vorjahr fand man bei zwei österreichischen Staatsbürgern, die das gleiche Fitnessstudio besuchen, 2500 Tabletten und Ampullen diverser Präparate. Weil die beiden Verdächtigen aber bei ihrer Aussage blieben, die Mittel nur für den Eigenbedarf bestellt zu haben, wurde in diesem Monat das Verfahren eingestellt.
Hobbysportler im Visier.
"Wir müssen vermehrt auch die Hobbysportler schützen", so Lopatka, der das mit alarmierenden Studien aus dem Nachbarland Deutschland belegt. So dopen dort etwa 200.000 Freizeitsportler - der Schwerpunkt liegt dabei im Fitnessbereich. Rund 100 Millionen Euro werden jährlich auf dem Schwarzmarkt für die Dopingmittel ausgegeben.
In Sachen Nationale Anti Doping Agentur (NADA) ist man übrigens auf Schiene. Sie soll am 1. Juli 2008 ihre Arbeit aufnehmen.
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Die Kleine Zeitung veranstaltet unter dem Motto "Doping ohne Ende! Ist der Radsport noch zu retten?" eine Diskussionsrunde. Mit dabei sind u.a. die Profis Bernhard Eisel und Peter Wrolich sowie Hans Huber (Sport-Chef/ORF).
Wo: Augartenhotel, Schönaugasse 53, 8010 Graz
Wann: Dienstag, 15 Uhr
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Bernhard Kohl und Bernhard Eisel diskutieren mitFoto © GEPA













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