Dopingsünder Sinkewitz: "Kann das nicht bezahlen"
Patrik Sinkewitz pokert im Schadensersatz-Prozess hoch, er könne die Forderungen seiner ehemaligen Sponsoren einfach nicht bezahlen.

Foto © APPatrick Sinkewitz
Dem derzeit arbeitslosen deutschen Rad-Profi Patrik Sinkewitz droht bei einem Schadensersatz-Prozess wegen Dopings nach eigenen Angaben der finanzielle Ruin. Einen Vergleich mit seinem ehemaligen Sponsor Förstina ließ der geständige Doping-Sünder am Donnerstag vor dem Landgericht Fulda platzen. Der Getränkehersteller wirft dem ehemaligen Fahrer des T-Mobile-Teams arglistige Täuschung vor. Deshalb hatte er gegen den 27-Jährigen eine Schadensersatzklage in Höhe von 308.000 Euro eingereicht. Das Gericht schlug vor, sich auf 150.000 Euro zu einigen, doch Sinkewitz lehnte ab. "Ich kann das nicht bezahlen", sagte er der dpa. Er sei lediglich zur Zahlung einer niedrigen fünfstelligen Summe bereit.
Fakten
Sinkewitz war bei einer Kontrolle am 8. Juni 2007 positiv auf Testosteron getestet worden.
Klausel. Der Richter gab bei seinen Ausführungen zu bedenken, dass eine Rückzahlung der Sponsoren-Honorare in der Kündigungs-Klausel nicht verankert worden war. Zudem kündigte er an, dass eine endgültige Entscheidung eventuell erst am Oberlandesgericht Frankfurt oder am Bundesgerichtshof getroffen werden könne. Sinkewitz erklärte kämpferisch, dass ihn eine solche Justiz-Tour nicht abschrecke. Sein Anwalt Axel Scheld von Alt stellte klar, dass beide Parteien mit ihren Vorstellungen zu weit auseinanderlägen. Die persönliche Haftung für Sinkewitz, der eine GmbH gegründet hat, hätte bei dem Vergleich zwischen 75.000 und 100.000 Euro gelegen.
Zukunft. Unterdessen verbreitete Sinkewitz nach dem gescheiterten Gütetermin Zuversicht, was seine sportliche Zukunft anbelangt. Es gebe Gespräche mit potenziellen Arbeitgebern. "Ich bin optimistisch, dass ich im Sommer wieder für ein Team fahren und interessant sein werde", sagte Sinkewitz. Doch trotz eines eventuell winkenden Vertrages sieht sich der arg geschröpfte Profi nicht in der Lage, auf den Vergleichsvorschlag einzugehen. Die gesamte Doping-Affäre habe ihn bereits rund eine Million Euro gekostet. Zuletzt hatte ihn der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wegen Dopings für ein Jahr gesperrt und zu einer Geldstrafe von 40.000 Euro verurteilt. Sinkewitz darf nach Ablauf seiner Sperre vom 18. Juli an wieder Rennen fahren.
Jan Ullrich
Fakten
Testosteron ist nur über den Testosteron/Epitestosteron-Quotienten nachzuweisen. Das Steroid dient dem Aufbau von Muskelmasse, beschleunigt aber auch die Erholung nach großen Anstrengungen.














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