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Zuletzt aktualisiert: 09.07.2007 um 19:27 Uhr

Belgischer Doppelsieg bei Tour de France

Gert Steegmans feiert auf der zweiten Etappe einen Heimsieg vor Teamkollegen Boonen. Gesamtführender bleibt der Schweizer Cancellara. Bernhard Eisel belegte als bester Österreicher den zwölften Rang.

Steegmans jubelt nach seinem Sieg

Foto © APASteegmans jubelt nach seinem Sieg

Tempo-Macher schlägt Champion. Gert Steegmans, eigentlich als Helfer für Tom Boonen vorgesehen, hat den Ex-Weltmeister am Montag auf der zweiten Etappe der Tour de France ausgestochen. Der 26-Jährige setzte sich im bergauf führenden Zielsprint nach dem 168-km-Abschnitt von Dünkirchen nach Gent vor seinem Teamkollegen durch, womit beim Abstecher der 94. Tour nach Flandern ein belgischer Doppelsieg perfekt war. Bernhard Eisel, der nach einem Massensturz kurzfristig selbst Verantwortung übernehmen musste, belegte Rang zwölf.

Erfolgreich Außenseiter gejagt. Die belgischen Teams QuickStep und Predictor-Lotto (Vortagssieger Robbie McEwen belegte Rang sechs) hatten im Finale erfolgreich drei Ausreißer gejagt. Marcel Sieberg (GER), Ruben Perez (ESP) und Cedric Herve (FRA) hatten auf ihrer langen Flucht rund fünf Minuten Maximalvorsprung herausgeholt, wurden aber wenige Kilometer vor dem Ziel eingeholt. Und dort jubelten auch die Verantwortlichen von Team-Sponsor QuickStep, der in Gent seinen Sitz hat, über das Double.

Fahrbahn blockiert. Vom Sturz rund 2,5 km vor dem Ziel waren rund 20 Fahrer betroffen, die gesamte Fahrbahn war blockiert. Menschen, Räder lagen übereinander, zum Glück ging alles ohne ärgere Blessuren ab. Der britische T-Mobile-Sprinter Mark Cavendish hielt sich die schmerzende Schulter, der Kärntner Peter Wrolich schlug sich das rechte Knie an und erlitt Abschürfungen. Für die folgende längste Etappe der Tour am Dienstag von Waregem nach Compiegne (236 km) sollte der Gerolsteiner-Profi aber wieder halbwegs fit sein.

Sturz hatte Auswirkungen auf Eisel. Der Sturz von Cavendish, der auch schon am Sonntag auf englischem Boden seine Chancen nach einem Missgeschick vorzeitig begraben musste, hatte auch Auswirkungen auf Eisel. "Wir hatten eine perfekte Position, machten zu dritt für Mark Tempo, als dieser plötzlich nicht mehr bei uns war", schilderte Eisel. Einfach umzustellen und selbst einen Spitzenplatz herauszuholen, war unmöglich. "Ich habe noch probiert, eine gute Position zu bekommen, aber ich bin vorher schon drei- oder viermal für Mark angefahren, das habe ich gespürt", sagte der 26-jährige Steirer, der am Vortag Elfter gewesen war.

Steegman überraschender Sieger. Auch Eisel hatte eher auf Ex-Weltmeister Boonen gesetzt, der heuer noch keinen wichtigen Sieg gefeiert hat und für Gent extra motiviert war. "Tom war wohl selbst überrascht, wie stark Steegmans gefahren ist", meinte der österreichische T-Mobile-Profi. Der 1,90-m-Hüne Steegmans, der im Vorjahr noch für McEwen die Sprints angezogen hatte, wurde für 2007 als Helfer von Boonen verpflichtet, obwohl er mit seiner Explosivität in anderen Rennställen selbst die Nummer eins wäre. Vier Siege bei kleineren Rundfahrten hat er heuer schon gefeiert, in Gent zeigte der 82-kg-Athlet aus Hasselt erstmals bei der Tour seine Spitzenklasse.

Explosion von Emotionen. "Es war eine Explosion von Emotionen", sagte Steegmans nach seinem Erfolg. "Ich weiß nicht, ob mich Tom Boonen gewinnen ließ, aber falls ja, dann war es das schönste Geschenk, das ich je bekommen habe. Es war der schönste Sieg am schönstmöglichen Platz."


Ergebnisse

1. Gert Steegmans (BEL) Quick Step 3:48:22 Stunden
2. Tom Boonen (BEL) Quick Step gleiche Zeit
3. Filippo Pozzato (ITA) Liquigas

12. Bernhard Eisel (AUT) T-Mobile
84. Bernhard Kohl (AUT) Gerolsteiner
173. Peter Wrolich (AUT) Gerolsteiner

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Fakten

Tour-Direktor Christian Prudhomme setzte durch, dass die Tour in der ersten Woche nicht mehr aus- schließlich mit Flachetappen eröffnet wird. Schon auf der 5. Etappe ist kaum ein Meter flach, bereits im Verlauf des 7. Abschnitts erreicht das Peloton die Alpen, und tags darauf steht in Tignes die erste Bergankunft auf dem Programm.

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Foto © APA

Ausflug: Eröffnet wurde in LondonFoto © APA

Fakten

Bei der Tour de France sind 549 Doping-Kontrollen geplant. Nach jeder Etappen-ankunft müssen sich der Träger des Gelben Trikots, der Etappensieger und sechs weitere, ausgeloste Fahrer den obligatorischen Urinkontrollen unterziehen. Daraus ergeben sich bis zum Ende der Frankreich-Rundfahrt 160 Tests.

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Sport-Mix 2012: Sperren für Armstrong und Jukic 

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Tour-Sieger seit 2000

2000: Lance Armstrong (USA)
2001: Armstrong
2002: Armstrong
2003: Armstrong
2004: Armstrong
2005: Armstrong
2006: Oscar Pereiro (ESP)
2007: Alberto Contador (ESP)
2008: Carlos Sastre (ESP/CSC)
2009: Contador
2010: Andy Schleck (LUX)
2011: Cadel Evans (AUS)
2012: Bradley Wiggins (GBR)

 


Tour-Rekorde

Gesamtsiege: Armstrong (USA) 7 Siege, Hinault (FRA), Merckx (BEL), Anquetil (FRA), Indurain (ESP) je 5 Siege
Gelbes Trikot: Merckx 111 Tage, Armstrong 83, Hinault 79
Etappensiege: Merckx 34 Siege, Hinault 25, Leducq (FRA) 25
Grüne Trikots: Zabel (GER) 6
Bergtrikots: Virenque (FRA) 7
Teilnahmen: Zoetemelk (NED) 16
Ältester Sieger: Lambot (BEL) 1922 - 36 Jahre
Jüngster Sieger: Cornet (FRA) 1904 - 20 Jahre

 

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Foto: KLZ DIGITAL/Scheriau

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