Die Tour hat einen neuen Dominator
Der Schluss-Anstieg nach Verbier hat die Fronten bei der Tour de France geklärt: Alberto Contador ließ Lance Armstrong stehen und holte sich das Gelbe Trikot des Spitzenreiters.

Foto © ReutersAlberto Contador
Alle hatten auf diesen Tag gewartet. Es war der Tag, an dem endlich geklärt werden sollte, wer die Nummer eins der Tour de France ist: Lance Armstrong, siebenfacher Sieger und nach zwei Jahren Pause der große Rückkehrer, oder doch sein um elf Jahre jüngerer Teamkollege Alberto Contador?
Beide hatten einander schon das eine oder andere Duell geliefert, 5500 Meter vor dem Ziel der 14. Etappe, auf der letzten Steigung hinauf nach Verbier, spielte Contador sein bestes Argument aus: Er trat an. Und Lance Armstrong musste zusehen, wie sich nach und nach immer mehr Herausforderer von ihm absetzten, ohne allerdings Contador wirklich folgen zu können. 43 Sekunden nahm er dem zweitplatzierten Andy Schleck aus Luxemburg ab, der Italiener Vicenzo Nibali verlor wie die weitren Favoriten Carlos Sastre oder Cadel Evans schon über eine Minute. Und Armstrong kam mit einer Verspätung von 1:35 ins Ziel, verteidigte aber noch Platz zwei.
Respekt von Armstrong
"Ich habe alles gegeben und meine ganze Kraft in den letzten Anstieg gelegt. Und ich bin sehr froh, dass Gelbe Trikot tragen zu dürfen", sagte Contador, der eines klar stellte: "Ich gebe nicht mehr darauf, Lance Armstrong hinter mir gelassen zu haben, als bei jedem anderen Fahrer. Jetzt wird das gesamte Team dafür arbeiten, meine Position zu verteidigen. Ich bin mit Armstrong als Vorbild groß geworden und es ist für mich eine Ehre zu wissen, dass er für mich fahren wird."
Der angesprochene zog seinen Hut - und wird vorerst zumindest nach außen nicht mehr an der Kapitänsrolle seines Teamkollegen zweifeln: "Ich bin nicht dumm. Ich war selbst in dieser Situation und wenn jemand zeigt, dass er der Beste ist, können die anderen das nur respektieren und sich daran halten." Die kommenden Tage werden zeigen, ob Armstrong wirklich akzeptiert, nicht mehr der Beste zu sein.












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