Deutscher Schumacher bei Tour positiv getestet
Bei der Tour de France hat es einen weiteren Dopingfall gegeben: Laut französischer Sportzeitung "L'Equipe" wurde beim deutschen Stefan Schumacher, nach einer neuerlichen Untersuchung der Proben, das Präparat CERA nachgewiesen.

Foto © GEPAStefan Schumacher
Der Radsport liefert mit einem weiteren Dopingfall
bei der heurigen Tour de France neuerlich Negativ-Schlagzeilen. Nach
einem Bericht der Online-Ausgabe der französischen Sportzeitung
"L'Equipe" vom Montag hat Stefan Schumacher (GER/Team
Gerolsteiner) zwei positive Dopingproben auf das EPO-Derivat Cera abgegeben. Wie Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer am Dienstagabend mitteilte, habe er vom Bund Deutscher Radfahrer BDR "die offizielle Information über zwei positive A-Proben von Stefan Schumacher bei der Tour de France 2008 erhalten." Der zweifache Tour-Etappensieger sei am 3. und 15. Juli positiv getestet worden.
Positives Resultat auf CERA.
Auch beim Italiener Leonardo Piepoli, der während der Tour bereits
gestanden hat, und beim Italiener Riccardo Ricco, der bereits für
zwei Jahre gesperrt wurde, haben die nach einer neuen Methode
durchgeführten Tests ein positives Resultat auf CERA gebracht. Laut
"L'Equipe" ergaben die Auswertungen im Labor in Lausanne und in
Chatenay-Malabry bei Schumacher gemeinsam ein positives Resultat. Bei
Ricco war CERA, ein Nachfolgeprodukt von EPO, im Urin nachgewiesen
worden, bei anderen Fahrern war dies im Juli trotz Verdachtsmomenten
nicht eindeutig möglich gewesen.
Neuer Test entwickelt.
Es wurde daher über Auftrag der französischen Anti-Doping-Agentur
ein neuer Test entwickelt und das Blut von Fahrern, die anormale
Werte aufgewiesen hatten, erneut kontrolliert. Nach einem Bericht des
französischen TV-Senders TV2 vom Sonntag werden neben den drei oben
genannten Fahrern auch Proben von fünf Profis des Teams CSC-Saxo Bank
untersucht. CERA war bis heuer nicht nachweisbar, und damit hatten
offenbar auch Teilnehmer der heurigen Tour spekuliert. Das gegen
Anämie entwickelte Medikament wirkt über einen längeren Zeitraum. Es
muss daher nicht so häufig angewendet werden, ist dadurch aber auch
länger nachweisbar.
Im Visier der Doping-Jäger .
Schumacher war einer jener Fahrer gewesen, die sich laut
"L'Equipe" speziell im Visier der Doping-Jäger befunden hatten. Der
Deutsche ist einer der Topstars des Teams Gerolsteiner von Hans
Michael Holczer, das am Saisonende seinen Betrieb mangels eines neuen
Sponsors einstellen muss. Schumacher leugnete gegenüber dem
Internetanbieter spox.com die Verwendung verbotener Substanzen. "Ich
kann nur sagen, dass ich nie gedopt habe. Das ist völliger
Schwachsinn. Meine Blutwerte während der Tour waren völlig normal."
Der Gewinner des Amstel Gold Race 2007 wurde dennoch von seinem
Rennstall umgehend suspendiert.
Fakten
Bernhard Kohl, der Gesamt-Dritte der Tour de France und Zimmerkollege Schumachers, wollte die Meldung der Sportzeitung "L'Equipe" gegenüber der APA nicht kommentieren und sich auch sonst nicht über Schumacher äußern.













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