Sternstunde: Kohl klettert aufs Podium
Carlos Sastre ist der dritte spanische Tour-Sieger in Serie. Er verteidigte im Einzelzeitfahren das Gelbe Trikot und Bernhard Kohl als Etappen-Neunter sensationell den dritten Platz auf dem Podium.

Foto © GEPABernhard Kohl fuhr sensationell
Die Bergetappe hinauf nach L'Alpe d'Huez sei sein schwerstes Teilstück während einer Rundfahrt gewesen. Das 53-Kilometer-Zeitfahren am vorletzten Tag der Tour de France war aber vielleicht beste Vorstellung des Bernhard Kohl. Zuerst rutschte er auf dem Weg hinauf zu Startrampe aus ("da holte ich mir das nötige Adrenalin"). Dann lieferte er bis zur die Hälfte der welligen Strecke gegen den hoch favorisierten Cadel Evans, der selbst an Sastre zerbrach, ein Duell, in dem jede Sekunde wichtig war.
Schaulaufen. Am Ende musste der Wahl-Klagenfurter zwar den Australier ziehen lassen, er überholte aber mit dem neunten Tagesrang Frank Schleck, hielt auch noch Denis Mentschow auf Distanz und verteidigte seinen Platz auf dem Podium. Bernhard Kohl kommt am Sonntag als Dritter der Tour de France nach Paris, gekleidet im rot-gepunkteten Trikot des Bergsiegers. "Ich kann das alles noch gar nicht fassen. Damit habe ich nie gerechnet", so Kohl. Carlos Sastre darf wie Kohl die Fahrt auf die Champs-Elysees locker entgegenblicken. Die Klassements sind gemacht, auf dem ersten Teil der letzten Etappe wird mit Champagner angestoßen. Es sind keine Attacken mehr zu erwarten. Sastre ist der dritte spanische Tour-Sieger in Serie nach Oscar Pereiro und Alberto Contador.
Neuer Verdacht. Es war die richtige Taktik des CSC-Chefs Bjarne Riis, auf der schweren Alpen-Etappe auf Sastre zu setzen, ihn fahren zu lassen. Denn Frank Schleck verlor am Samstag ganz klar den Podiumsplatz.
Schleck wurde mit dem Doping-Arzt Fuentes in Verbindung gebracht. Die "Süddeutsche Zeitung" habe Hinweise, wonach Riis persönlich beim Blutdoktor vorstellig geworden sei. Es wird zu belegen sein, wie sauber Toursieger sind. "Wir sind aber auf einem guten Weg, ich glaube nicht, dass unter den ersten zehn mehrere Dopingsünder sind", meinte auch Hans-Michael Holczer, der die beste Tour mit Gerolsteiner (Schumacher gewann der Zeitfahren) erlebte. "Ich hoffe, dass jetzt jeder begreift, wie wir arbeiten", hofft Holczer auf einen neuen Sponsor für 2009 . . .
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Bernhard Kohl
Dopingverdacht
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Tagessieger: SchumacherFoto © GEPA











