"Meine Herren, jetzt stoppt bitte alles"
Italiens Presse fordert nach dem Fall Ricco das Aus. Ein Abbruch kommt aber nicht in Frage.

Foto © GEPADer Dopingfall "Ricco" brachte das Fass zum Überlaufen
"Elende Schweinerei! Hochverrat! Es herrscht Trauer und Wut", schrieb am Freitag die Gazzetta dello Sport, Italiens große Sportzeitung. Der Corriere dello Sport ging einen Schritt weiter: "Der Tour-Held geht in den Knast. So macht es keinen Sinn mehr. Meine Herren vom Radsport: Jetzt stoppt alles!"
Glaubwürdigkeit verloren. Mit pathetischer Rhetorik kämpfen die Renndirektoren aber verbissen um die Tour. Aber selbst im Gastgeberland werden Stimmen lauter, den "Zirkus", wir die "Liberation" schrieb, zu beenden. Nach dem dritten Dopingfall hat das Rennen seine gesamte Glaubwürdigkeit verloren. Und laut "L'Equipe" ist noch "mindestens ein weiterer Fahrer des Saunier-Duval-Teams positiv getestet worden. Ein Abbruch der Tour kommt für Chef Prudhomme nicht infrage. Er will weiterkämpfen. "Doping sei der Feind, nicht eine Sportart und nicht eine Veranstaltung", sagte der Patron.
Entlassen. Das spanische Rad-Team hat am Freitag Riccardo Ricco und Leonardo Piepoli entlassen. Ricco war nach der vierten Etappe der Tour de France positiv auf EPO getestet worden, Piepoli, Etappensieger in Hautacam, werde ebenfalls die Verletzung des Ethik-Codes vorgeworfen, erklärte Team-Manager Mauro Gianetti.. Der Teamsponsor denkt über einen Ausstieg nach. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir wegen dieser Affäre aus dem Rad-Sponsoring aussteigen", erklärte Thiery Leroy, Chef des Heiz- und Klimageräte-Herstellers.











