Hushovd gewann zweite Tour-de-France-Etappe
Der Norweger wurde Sprintsieger vor Kirchen und Ciolek. Valverde trägt weiter das Gelbe Trikot.

Foto © APAIm Sprint zum Etappensieg: Thor Hushovd
Der Etappenerfolg des Norwegers Thor
Hushovd im Ziel der verregneten 2. Etappe der Tour der France in St.
Brieuc nach 164,5 Kilometern hat nichts an der Spitze des
Gesamtklassements geändert. Neuer erster Verfolger des Spaniers
Alejandro Valverde, der den Auftakt für sich entschied, ist weiter
mit einer Sekunde Abstand der Luxemburger Kim Kirchen, der am Sonntag
in St. Brieuc Zweiter vor seinem Columbia-Team-Kollegen Gerald Ciolek
(GER) wurde.
Österreicher abgeschlagen. Die Österreicher Bernhard Kohl (Gerolsteiner) und Bernhard Eisel
(Columbia) waren wie am Vortag nicht im Vorderfeld zu finden und
kamen mit 1:59 Min. Rückstand als 128. bzw. 2:30 Min. als 164. ins
Ziel.
Hektik zum Schluss. Im hektischen Finale ging alles drunter und drüber, zumal es auf
den letzten zwei Kilometern noch einen Sturz gab, in den auch drei
Gerolsteiner Profis verwickelt waren. Bis 700 Meter vor Schluss lag
noch der Mailand-San Remo-Sieger Fabian Cancellara aus der Schweiz
vorne. Dann kam die Spitze des Feldes herangeflogen. Hushovd feierte
seinen insgesamt sechsten Tour-Etappensieg. Juan Mauricio Soler
(Barloworld), im Vorjahr Gewinner des Bergtrikots, verlor am Sonntag
im Ziel über vier Minuten. Der Kolumbianer litt an den
Sturzverletzungen des Vortages.
Fluchtversuch gescheitert. Vier Franzosen um Christophe Moreau und Thomas Voeckler hatten ihr
Glück in der Flucht gesucht, allerdings vergeblich. Die vier
"Musketiere" scheiterten erst zwei Kilometer vor dem Ziel. Derlei
Sorgen hat Auftaktsieger Valverde nicht - und auch die ständigen
Fragen nach seinen möglichen Verbindungen zum Doping-Kartell Fuentes
interessieren den Spanier wenig. "Kein Kommentar zu dieser
Angelegenheit", wiegelte er ab. Seinen Start bei der Rad-WM vor zehn
Monaten in Stuttgart hatte Valverde über den Internationalen
Sportgerichtshof CAS einklagen müssen. Nun will Valverde in die
Fußstapfen seines diesmal suspendierten Landsmannes Alberto Contador
treten und im "Maillot Jaune" Paris erreichen.
Problem. Weder der Organisator noch die Konkurrenz scheint sich von dem
zierlichen Caisse d'Epargne-Fahrer hinters Licht geführt zu fühlen.
"Das Problem ist immer das gleiche. So lange es keine Beweise gibt,
werde ich nicht sagen, ich habe Probleme, gegen Valverde zu fahren",
sagte Sebastian Lang. Der deutsche Radprofi hatte sich bei der WM in
Stuttgart lauthals über die Ungleichheit der Chancen im Peloton wegen
des Doping-Problems aufgeregt und den Start seines Landsmannes Erik
Zabel scharf verurteilt.
Keine Lust auf "Sherlock Holmes". Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, bei der diesjährigen Tour
auch gegen gedopte Profis zu fahren, sagte Lang: "Das kann man so
oder so beantworten." Im Großen und Ganzen will sich der
Gerolsteiner-Fahrer aber auf seinen Beruf konzentrieren und hat keine
Lust, "Sherlock Holmes zu spielen".











