Jetzt droht Marach sogar das Karriere-Aus
Nach zwölf Wochen Zwangspause fand Oliver Marach keinen starken Doppel-Partner für Wien. Nun versucht der Steirer beim Tennisturnier in Stockholm ein Comeback.

Foto © GepaOliver Marach
In einer Aussendung des Wiener Stadthallen-Turniers ist zu lesen, dass Sie keinen Doppel-Partner gefunden haben und deshalb nicht spielen. Stimmt das?
OLIVER MARACH: Ja, leider. Ich war jetzt zwölf Wochen außer Gefecht und bin in der Rangliste aus den Top 40 gefallen. Mit diesem Ranking findet man so leicht keinen starken Partner, mit dem man ins Hauptfeld kommt.
Trotzdem schlagen Sie nächste Woche auf, aber in Stockholm.
MARACH: Ich habe meinen guten Freund und Nachbarn in Genf, Gael Monfils, angerufen. Er spielt in Schweden - und an seiner Seite komme ich in den Hauptbwerb. Erwartungen habe ich überhaupt keine, aber nach zwei Monaten Reha und Training in Marburg brauche ich jetzt dringend Matchpraxis.
Sind Sie denn wieder voll fit?
MARACH: Im Rücken und im Knöchel zwickt es zwar noch ein wenig und bei meiner Schlaghand ist die Hornhaut weg - daher bekomme ich auch sehr schnell Blasen. Aber zu 90 Prozent bin ich wieder der Alte.
Ihre eingerissenes Syndesmoseband, das sie sich in Hamburg an einem ungesicherten Metallpfeiler am Rand des Platzes zugezogen haben, hat aber auch noch andere Folgen, oder?
MARACH: Durch die Verletzung sind Behandlungs- und Fahrtkosten angefallen. Aber viel mehr schlägt sich der Verdienstverlust nieder. In der Zeit, in der ich jetzt pausieren musste, habe ich immer das meiste Geld verdient. Zudem bin ich jetzt im Ranking nach hinten gefallen und komme bei den großen Turnieren nicht mehr rein. Doch die Verantwortlichen in Hamburg reagieren nicht auf meine Anfragen hinsichtlich Entschädigungen. Ich habe jetzt die ATP eingeschaltet - nützt das nichts, wird es wohl zu einer Klage kommen.
Wie sieht Ihre weitere Marschroute auf dem Tennisplatz aus?
MARACH: Nach Stockholm spiele ich noch mit Florian Mayer in Basel, dann vielleicht noch zwei Challenger, da ich dringend Punkte benötige. In der ersten Jahreshälfte 2013 muss ich dann meine ganzen Punkte verteidigen. Das wird sehr schwierig, da ich ja noch keinen Partner habe.
Gibt es Wunschkandidaten?
MARACH: Ich würde gerne wieder mit Lukasz Kubot spielen. Auch Horacio Zeballos, mit dem ich heuer ein paar Mal gespielt habe, wäre eine Option. Das Problem ist, dass sich bei meinem Ranking die Spieler nicht um mich reißen.
Und was, wenn Sie die Punkte nicht verteidigen können?
MARACH: Dann werde ich wohl meine Karriere beenden müssen. Denn so hätte es alles keinen Sinn mehr.













