Muster: "Nähern uns dem Abgrund"
Ikone Thomas Muster geht mit dem aktuellen österreichischen Herrentennis hart ins Gericht: "In ein, zwei Jahren werden wir auch im Davis Cup ins Niemandsland abstürzen". Auch Melzer und Thiem kommen nicht gut weg.

Foto © GEPAThomas Muster
Sport-Legende Thomas Muster hat am Samstag unmittelbar vor Beginn der Wiener Erste Bank Open Österreichs Tennis kritisiert. Nach weitgehend übereinstimmenden Berichten in den Sonntagausgaben des "Kurier" und der "Kronen Zeitung" fand der seit vergangener Woche 45-Jährige für Jürgen Melzer, Dominic Thiem und dem österreichischen Tennis im allgemeinen nicht nur gute Worte.
Beim 31-jährigen Melzer sei nach seinem Turniersieg Ende Februar in Memphis gar nichts passiert. "Aber solange er Geld verdient und Doppel spielt, ist er eben dabei." Der 19-jährige Thiem wiederum sei irgendwie steckengeblieben. "Ich habe schon vor zwei drei Jahren gesagt, man darf ihn nicht in den Himmel heben", wurde der Steirer zitiert. Pikant, dass Muster 2011 in Wien ausgerechnet gegen Thiem sein letztes ATP-Hauptbewerbsmatch verloren hatte.
Auch von Österreichs Weltgruppen-Status im Davis Cup will sich Muster nicht täuschen lassen: "In ein, zwei Jahren werden wir auch im Davis Cup ins Niemandsland abstürzen. In den Neunziger-Jahren wurden zu viele Fehler gemacht." Nach Melzer klaffe ein Riesenloch. "Wir nähern uns dem Abgrund." Aber in Österreich sei auch der Sport allgemein nicht gut organisiert.
Muster ist nicht nur Botschafter des Wiener ATP-Turniers, sondern wurde Ende März von Ronald Leitgeb nach dessen Amtsübernahme als Präsident des österreichischen Tennisverbandes (ÖTV) auch als sein Berater präsentiert. "Ich hoffe, dass er die kritische Stimme ist, wenn er Fehler im System entdeckt", sagte Leitgeb damals vor gut einem halben Jahr.













