Abfuhr für Mayr-Achleitner - Melzer-Match abgebrochen
Patricia Mayr-Achleitner hat das Duell gegen US-Girl Varvara Lepchenko mit 2:6,3:6 verloren und ist damit bereits nach Runde eins in Wimbledon out. Melzer und Paszek wurden vom Regen gestoppt.

Foto © APAPatricia Mayr-Achleitner
Die Österreicherin Patricia Mayr-Achleitner hat ihren dritten Hauptfeld-Erfolg in einem Grand-Slam-Einzel verpasst. Die 25-Jährige unterlag am Dienstag in der ersten Runde von Wimbledon der 26-jährigen US-Amerikanerin Varvara Lepchenko nach 71 Minuten 2:6,3:6. Bisher hat Mayr-Achleitner nur jeweils 2009 bei den Australian Open und in Wimbledon ein Major-Einzel gewonnen.
In beiden Sätzen legte Lepchenko gleich mit einem Break los, womit die Vorentscheidung jeweils gefallen war. "Sie hat mich da ein bisschen überrumpelt und ich habe danach nur schwer ins Spiel gefunden", meinte Österreichs Nummer zwei nach der Partie. Die Tirolerin hatte geahnt, dass die gebürtige Usbekin nach ihrem French-Open-Achtelfinale auch auf dem "heiligen Rasen" gut auftritt. "Man hat ihr Selbstvertrauen gemerkt." Lepchenko war zu Jahresende nur auf Rang 110 gelegen, seither hat sie ordentlich Gas gegeben.
Mayr-Achleitner haderte gegen sie nach Fehlschlägen öfters mit sich, kam so auch in keinen Rhythmus. Zu Beginn des zweiten Satzes boten sich der Weltranglisten-93. aus Seefeld aber doch vier Chancen aufs Rebreak, allein es blieb gegen die Weltranglisten-53. bei der Hoffnung. "Die Chancen hat sie gut abgewehrt. Aber immerhin habe ich im zweiten Satz besser aufgeschlagen."
Punkto Vorbereitung wirft sich Mayr-Achleitner nichts vor, in die eine Rasen-Trainingswoche nach der Sandsaison habe sie alles hineingelegt. Nach diesem einen Match auf Gras kehrt sie nun auch wieder auf Sand zurück. Sie spielt ab der zweiten Juli-Woche in Palermo und Baastad, ehe es in Baku und in der zweiten Olympia-Woche in Washington auf Hartplatz geht. Auch wenn ihr im Juli die Punkte aus ihrem vorjährigen Finale von Bad Gastein aus der Wertung fallen, sollte sie bis dahin überall im Hauptbewerb sein.
Melzer-Match verregnet
Der Regen hat Jürgen Melzer beim Tennis-Grand-Slam in Wimbledon am Dienstag kalt erwischt. In einer hartumkämpften Partie gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka (Nr. 25) war der Niederösterreicher unmittelbar vor einem Fünfsatzsieg gestanden, nach drei vergebenen Matchbällen wurde aber wegen Regens zuerst unterbrochen und dann vertagt. Auch Tamira Paszek setzt ihre Partie gegen die Dänin Caroline Wozniacki (7) am Mittwoch fort, hier steht es allerdings erst 2:2 im ersten Satz.
Das gut besuchte Match auf Show-Court 12 wogte hin und her, 3:17 Stunden standen sich Melzer und Wawrinka bisher gegenüber. Der Eidgenosse erwischte den besseren Start, nahm Melzer gleich dessen erstes Service zur 2:0-Führung ab und servierte danach aus. Im zweiten Satz präsentierte sich Österreichs Nummer eins aber als weitaus aktiverer Spieler. Nach Break und Rebreak ging es in das Tiebreak, in dem sich Melzer mit einem 7:2 für seine gesteigerte Leistung belohnte.
Der 31-jährige Deutsch Wagramer schien den Schwung gut mitzunehmen, breakte er seinen 27-jährigen Gegner in Satz drei doch gleich zum 1:0. Wawrinka aber schlug gleich zurück und machte nach dem 2:2 vier Games in Folge zur neuerlichen Satzführung. In dieser Phase haderte Melzer mehrmals mit knappen Linienbällen des Olympiasiegers im Doppel von Peking 2008. Hängen ließ er sich aber deswegen ganz und gar nicht, ein Break zum 2:1 reichte dem Weltranglisten-35. schließlich zum 2:2 in Sätzen.
Im Entscheidungssatz ließ sich zunächst Wawrinka ein wenig aus der Fassung bringen, als es auf dem Nebenplatz nach dem dort fixierten Sieg des Argentiniers Juan Martin del Potro ziemlich laut wurde. Diesbezügliche Diskussionen mit dem Schiedsrichter fruchteten natürlich nicht. Jedenfalls gelang Melzer kurz danach das scheinbar entscheidende Break zum 3:2, zum Siegesjubel bei seinem elften Antreten in einem Einzel-Hauptbewerb in Wimbledon kam es aber nicht mehr.
Paszek mit längerem Weg
Während sich Melzer nun eine Nacht lang Gedanken machen konnte, wie er von Einstand weg als Aufschläger die letzten beiden zum Sieg nötigen Punkte einfährt, hat Paszek noch einen längeren Weg zum Erfolg. Die Vorarlbergerin hätte nach der Del-Potro-Partie auf Show-Court 2 aufmarschieren sollen, die Partie wurde aber auf den Centre Court verlegt. Die 21-jährige Eastbourne-Siegerin hatte gleich ein Break zum 0:2 kassiert, konterte jedoch postwendend und glich schließlich aus.
Mental ungut war die Unterbrechung allerdings, da der Internationale Tennis-Verband (ITF) am Nachmittag dem Olympia-Antreten Paszeks einen Riegel vorgeschoben hat. Die Dornbirnerin hatte sich sehr auf die Spiele auf ihrem Lieblingsbelag Rasen gefreut, dürfte von der Entscheidung bis zum Matchbeginn gegen Wozniacki aber nicht erfahren haben. Patricia Mayr-Achleitner war für Olympia sowieso kein Thema und ist auch schon in Wimbledon ausgeschieden. Sie unterlag der US-Amerikanerin Varvara Lepchenko 2:6,3:6.
Die abgebrochenen Partien werden übrigens auf den Plätzen fortgesetzt, auf denen sie angefangen wurden. Melzer ist nach einer für 12.30 Uhr MESZ angesetzten Damen-Partie an der Reihe, Paszek darf nach dem 14.00-Uhr-Match des Schweizers Roger Federer (3) gegen den Italiener Fabio Fognini erneut auf den Centre Court einmarschieren. Zudem ist das Auftakt-Doppel des Wieners Alexander Peya mit dem Serben Nenad Zimonjic (6) gegen die Australier Chris Guccione/Lleyton Hewitt angesetzt (nicht vor 18.00 Uhr).














