Federer will "Djoko-Slam" verhindern
Roger Federer findet sich mit einer Nebenrolle im Giganten-Trio des Welttennis nicht ab, dennoch stört es ihn nicht, wenn Novak Djokovics möglicher "Djoko-Slam" in Roland Garros seine eigenen Bestmarken überschattet.

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Tennis-Gentleman Roger Federer fauchte in seinem Viertelfinal-Match einen Zuschauer an: "Shut up!" Die Klappe sollte der Fan halten, weil er bei einem Linien-Slice von Federer erregt "Out" gerufen hatte. Das war dem höflichen Schweizer später selbst peinlich: "Ich hoffe, nicht zu viele Leute haben das gesehen." Der Fauxpas in Paris macht Federer menschlich und zeigt, dass er seine 14. Tennis-French-Open mit derselben Leidenschaft wie sein Debüt bestreitet.
Der 31-Jährige findet sich mit einer Nebenrolle im Giganten-Trio des Welttennis nicht ab. Alle reden über Rafael Nadals angepeilten siebenten Roland-Garros-Triumph und Novak Djokovics möglichen "Djoko Slam" (jahresübergreifend in Serie vier Grand-Slam-Turnier-Siege). Federers Bestmarken werden davon überschattet.
Dabei sind auch seine geradezu unfassbar: Mit inzwischen 237 Grand-Slam-Matcherfolgen knackte er den Rekord des legendären Jimmy Connors und egalisierte mit seinem 31. Halbfinal-Einzug bei einem der vier wichtigsten Turniere eine weitere Connors-Bestmarke. Es störe ihn aber "überhaupt nicht", dass alle Welt mehr vom möglichen "Djoko-Slam" rede, sagte Federer.
Dass sei im Vorjahr in Paris mit Djokovics Saisonsiegesserie von 41 Erfolgen genau dasselbe gewesen. Bis Federer kam und den Serben im Halbfinale in einem epischen Vier-Satz-Krimi niederrang. Und nun kommt es zur Neuauflage dieser Partie. Der Schweizer French-Open-Sieger von 2009 ist wild entschlossen. "Das war für mich das Match des Jahres", erinnerte sich Federer in der Sportzeitung "L'Equipe".
Wilander: "Nadal ist besser denn je"
Im Halbfinale von Rom hatte Federer zuletzt mit 2:6,6:7 den Kürzeren gezogen. Aber wie auch er selbst hat Djokovic sich in Roland Garros 2012 bisher nicht sehr souverän präsentiert. Der Weltranglisten-Erste und Australian-Open-Champion musste gegen Lokalmatador Jo-Wilfried Tsonga im Viertelfinale vier Matchbälle abwehren. Und in der Runde zuvor gegen den Italiener Andreas Seppi hatte der 25-Jährige einen 0:2-Satzrückstand aufholen müssen. Ebenso wie Federer zuletzt gegen den Argentinier Juan Martin del Potro.
Der "Djoker" scheint durchaus schlagbar für den sechzehnfachen Grand-Slam-Turniersieger Federer - im Gegensatz zu Nadal. Wie fast alle meint der Ex-Weltklassespieler Mats Wilander: "Nadal ist besser als jemals zuvor. Er ist der absolute, unbestrittene Favorit bei diesen French Open."
Nach seinem 50. Sieg im 51. Match am Bois de Boulogne bekommt es Nadal - noch ohne Satzverlust - nun mit seinem oft unterschätzten Landsmann David Ferrer zu tun. Der Murray-Bezwinger könne dem Sandplatz-Gladiator aus Mallorca noch am ehesten einen Satz abnehmen, sagen Experten. Im Head-to-Head führt Nadal 11:4, diese Saison behielt er zweimal ohne Satzverlust die Oberhand.














