Scharapowa steht im Halbfinale
Die Russin Maria Scharapowa erreichte in Paris die Runde der letzten vier, sie besiegte die Estin Kaia Kanepi in zwei Sätzen. Beim Erreichen des Endspiels wäre sie wieder Nummer eins der Weltrangliste, davor wartet die Hürde Petra Kvitova.

Foto © Maria Scharapowa
Der Weltranglisten-Zweiten Maria Scharapowa fehlt nur noch ein Sieg zur Rückkehr auf den Tennis-Thron. Die Australian-Open-Finalistin zog am Mittwoch in Paris locker mit einem 6:2,6:3-Sieg gegen die als Nummer 23 gesetzte Estin Kaia Kanepi ins Halbfinale ein. Falls sie das Endspiel des mit 17,226 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Turniers erreicht, wird die Russin wieder die Nummer eins der Tenniswelt. Die aktuelle Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka aus Weißrussland war bereits im Achtelfinale gescheitert.
"Nach einem schweren Match zuvor habe ich mich sehr gesteigert und bin froh, hier zum dritten Mal im Halbfinale zu stehen", erklärte die 25-jährige Scharapowa. In der Runde der letzten vier trifft sie nun auf Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova aus Tschechien, die sich gegen die starke kasachische Qualifikantin Jaroslawa Schwedowa mit 3:6,6:2,6:4 durchsetzte. "Gegen Petra sind Spiele immer hart, ich muss mein Niveau erneut erhöhen", betonte Scharapowa. Die zweite Finalistin ermitteln die Italienerin Sara Errani und die australische US-Open-Siegerin Samantha Stosur.
Paris-Triumph fehlt noch
Scharapowa sagte über den einst ungeliebten roten Sand in Rolland Garros: "Ich fühle mich sehr wohl. Mir haben die zwei Turniersiege auf Sand in Stuttgart und Rom Selbstvertrauen gegeben." Der Triumph in Paris ist der einzige Grand-Slam-Titel, der der in Florida lebenden Russin noch fehlt. Wimbledon gewann sie 2004, die US Open 2006 und die Australian Open 2008.
Am Bois de Boulogne waren ihre Halbfinal-Teilnahmen im Vorjahr und 2007 ihre bisher besten Resultate. Scharapowa war in ihrer Karriere bisher für insgesamt 17 Wochen Weltranglistenerste - erstmals im Jahr 2005 und zuletzt 2008.
Kvitova steht dagegen erstmals im Semifinale des wichtigsten Sandplatz-Turniers der Welt. Die 22-Jährige gewann im Vorjahr im Wimbledon-Finale gegen Scharapowa, die jedoch die beiden jüngsten Duelle mit der Tschechin für sich entschied. "Maria spielt heuer eine großartige Saison, das wird eine ganz große Herausforderung für mich. Ich hoffe, ich habe aus meinen Fehlern bei der Niederlage im Australian-Open-Halbfinale gelernt", wusste Kvitova, dass nun ein ganz schwerer Brocken auf sie wartet.
Kasachin vergab Sensation
Sie tat sich in ihrem Viertelfinale deutlich schwerer als die Russin. "Ich war zu Beginn der Partie ein bisschen nervös und habe leichte Fehler gemacht. Ich musste deshalb mein Spiel umstellen und viel aggressiver werden", lautete Kvitovas Erklärung, warum sie zu Beginn relativ chancenlos gewesen war. Doch auch in der Folge hatte sie hart zu kämpfen, musste sie doch im Finish gegen die auf Rang 142 im WTA-Ranking abgerutschte Kasachin sogar einen 2:4-Rückstand wettmachen.
Es fehlte also nicht viel und die Kasachin hätte als erste Qualifikantin in Roland Garros das Semifinale erreicht. Nachdem Schwedowa im Entscheidungssatz mit vier Games en suite von 0:2 auf 4:2 gestellt hatte, wurde sie jedoch plötzlich mit der nächsten großen Sensation vor Augen unsicher. So beging sie in ihrem letzen Aufschlagsspiel zwei Doppelfehler. Mit sieben Siegen in Serie - drei in der Qualifikation, vier im Hauptbewerb - zeigte die gebürtige Moskauerin aber, dass sie nach überstandenen physischen und psychischen Problemen wieder auf Kurs Richtung Top 50 ist. 2010 hatte die 24-Jährige das Jahr als 39. beendet.















