Rafael Nadal: Immer eine Spur besser
Rafael Nadal bezwang im Melbourne-Halbfinale Roger Federer. Was den Spanier so stark macht - ein Überblick.

Foto © APARafael Nadal
Das Match hat durchaus gehalten, was die zwei Namen versprachen: Rafael Nadal gegen Roger Federer im Halbfinale der Australian Open - das war ein Knüller. Mit besserem Ende für den Spanier, der sich nach 3:42-Stunden mit 6:7, 6:2, 7:6, 6:4 durchsetzte. Am Sonntag spielt der Mallorquiner nun gegen den Sieger aus Novak Djokovic gegen Andy Murray (heute, 9.30 Uhr, Eurosport live) um seinen zweiten Melbourne- und seinen elften Grand-Slam-Titel. "Vor zwei Sonntagen hätte ich mir das nicht vorstellen können. Es ist ein Traum, hier wieder im Finale zu sein", spielte Nadal auf seine Knieverletzung, die ihn noch unmittelbar vor Turnierbeginn geplagt hatte, an. Der enttäuschte Federer meinte hingegen: "Ich habe den Eindruck, dass Rafael gegen mich immer eine Spur besser als gegen andere spielt." Was Nadal so stark macht:
Der Spin
Die gefährlichste Waffe, die Rafael Nadal in seinem Schlag-Repertoire vorzuweisen hat, ist seine Vorhand. Diese schlägt der Spanier mit so viel Spin, dass es der Ball im Durchschnitt auf 3200 Umdrehungen pro Minute bringt. Sein Maximalwert liegt sogar bei 4900 Umdrehungen. Im Vergleich: Federer bringt es auf 2700 Umdrehungen.
Die Bewegung
Die Vorhand beginnt mit einer einheitlichen Drehbewegung von Füßen, Oberkörper und Schläger, bis der Iberer quasi in einem 45-Grad-Winkel zum Netz steht. Ist diese Position erreicht, löst sich der rechte Arm des Linkshänders vom Schläger und zeigt zur Seitenlinie, während sich die Schulter im 90-Grad-Winkel zum Netz ausrichtet.
Die Beine
Dank seiner schnellen Beine ist Nadal in der Lage, die Rückhand sehr oft zu umlaufen und trotzdem noch aus einer ausbalancierten Position seine peitschende Vorhand abzufeuern. Der Vorteil: Auf der Backhandseite kann sich der 25-Jährige aussuchen, ob er den Ball Longline oder Cross spielt. Was noch dazu kommt: Wegen der fast identischen Schwungbewegung erkennt der Kontrahent erst sehr spät, für welche der beiden Möglichkeiten sich der Mallorquiner entschieden hat.
Der Griff
Der entscheidende Punkt bei Nadals Vorhand ist aber die extreme Griffhaltung, bei der sich seine Handinnenseite fast komplett unter dem Griff befindet. Dieser Griff ermöglicht es dem Australian-Open-Finalisten, das Racket gegen den Zielpunkt zu richten. Schon kurz vor dem Treffpunkt drehen sich Hand und Schläger gemeinsam nach rechts. Es entsteht eine Art seitlicher Scheibenwischer-Bewegung, die für den extremen Spin verantwortlich ist.














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