Schaller setzt bei seinem Abschied auf Risiko
Österreichs Davis-Cup-Team möchte seine makellose Bilanz gegen Belgien bewahren. Coach Schaller hofft zu seinem Abschied auf einen Sieg - und riskiert: US-Open-Doppelsieger Melzer eventuell nicht im Doppel-Einsatz.

Foto © APAGilbert Schaller
Österreichs Davis-Cup-Team steht vom Freitag bis Sonntag einmal mehr mit dem Rücken zur Wand: Jürgen Melzer und Andreas Haider-Maurer, die vom scheidenden Kapitän Gilbert Schaller im Einzel aufgeboten werden, sowie Oliver Marach und Alexander Peya sollen in Antwerpen gegen Belgien die Weltgruppen-Zugehörigkeit für 2012 erhalten. Melzer wird im Doppel eventuell nicht zum Einsatz kommen.
In bisher vier Länderkämpfen gegen Belgien hat Österreich immer die Oberhand behalten, zuletzt beim Wiederaufstieg in die Weltgruppe 2003 mit einem 3:2-Heimsieg. Schaller scheidet nach fünf Jahren aus seiner Funktion aus und wünscht sich, sein Team als Weltgruppen-Nation an seinen Nachfolger zu übergeben - doch einfach wird die Aufgabe nicht.
Ein unberechenbarer Malisse
Der 31-jährige Xavier Malisse ist unberechenbar, wie sein Wimbledon-Achtelfinale in diesem Jahr beweist. Auf dem Weg dorthin hatte er auch die persönliche Bilanz gegen Österreichs Nummer 1 auf 3:1 erhöht: Melzer unterlag Malisse in der dritten Runde glatt in drei Sätzen. Gegen den voraussichtlich zweiten Einzelspieler Olivier Rochus hat Melzer eine 5:3-Bilanz stehen. Haider-Maurer hat bisher gegen beide bisher auf ATP- oder Challenger-Level noch nicht gespielt, Malisse aber einmal auf Sand in einem Bundesliga-Match bezwungen.
Nicht auszuschließen ist aber auch, dass Belgiens Kapitän Johan van Herck auf den 27-jährigen Steve Darcis zurückgreift, aktuell nur Nummer 3 der Hausherren in der 4.900 Zuschauer fassenden Lotto-Arena. Darcis ist durchaus für Überraschungen gut und hat u.a. auch Melzer im bisher einzigen Duell im Jahr 2008 bezwungen. Belgiens vierter Mann ist Ruben Bemelmans.
Das rot-weiß-rote Team sammelte am Montag erste Spielpraxis und testete am Dienstag erstmals den Hartplatz. Laut belgischen Informationen wird die Halle aber nicht ausverkauft sein, man rechnet etwa mit 2.500 Fans.
Melzer trainierte erstmals Antwerpen/APA
Jürgen Melzer traf Montagabend in Antwerpen ein und absolvierte am Dienstag mit Andreas Haider-Maurer ein 90-minütiges Training in der Halle. "Dafür, dass ich eine lange Reise hinter mir habe - in Wien eigentlich nur ausgepackt und wieder eingepackt habe - war das erste Training ganz in Ordnung", sagte der 30-Jährige, dem die Zeitumstellung noch Probleme bereitete. "Ich denke, es ist ganz gut, dass ich keinen Tag Pause gehabt habe, denn so habe ich meinen Motor auf Touren halten müssen", sagte Melzer.
Mit den Bedingungen in der Lotto-Arena ist der Niederösterreicher zufrieden: "Der Hartplatz ist sehr fair und hat einen angenehmen Ballsprung. Die Bälle sind US-Open-Bälle, daher muss ich mich nicht großartig umstellen."













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