Die US Open gehen am Stock
Zerrungen, die Hitze, Infektionen - schon jetzt haben in New York 16 Spielerinnen und Spieler vorzeitig das Handtuch geworfen. Rafael Nadal ist sogar zusammengebrochen.

Foto © Reuters
Rafael Nadal ist in New York k.o. gegangen. Nicht auf dem Tennisplatz, da hat er David Nalbandian in drei Sätzen mit 7:6, 6:1 und 7:5 geschlagen. In die Knie ging er erst bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Plötzlich rutschte er mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Sessel.
Sofort kam aber die Entwarnung vom Spanier selbst. "Es war nur ein Krampf. Sehr schmerzhaft, aber nichts Besonderes."
Hitze setzt den Spielern zu
Trotzdem zeigt sich an diesem Beispiel, wie sehr die Hitze den Athleten im "Big Apple" zusetzt. Zu Anfang der zweiten Turnierwoche haben bei Damen und Herren bereits 16 Einzelspieler und sechs Doppelpaarungen aufgegeben. "Es kommt alles zusammen, die Anspannung und die Hitze", erklärt Flavia Pennetta, die in der dritten Runde die Russin Maria Scharapowa aus dem Turnier geworfen hatte.
Bauchmuskeln, Oberschenkel und vor allem die Schultern sind die größten Problemzonen der Tennis-Asse, dazu kamen neben der Hitze auch eine Lebensmittelvergiftung, wie bei Conor Niland in der ersten Runde gegen Novak Djokovic oder rätselhafte Erkrankungen wie bei Robin Söderling oder Venus Williams.
"Ich bin geschockt von den vielen Aufgaben", sagt der einstige Branchen-Primus Roger Federer zu der Serie. "Ich würde es immer versuchen, man weiß nie, was passiert." Noch direkter wird Ex-Profi Brad Gilbert, der jetzt als Kommentator für den US-Fernsehsender ESPN tätig ist. "Wenn jemand wirklich verletzt ist, sollte er aufgeben. Aber mir kommt vor, dass einige ein bisschen durchbeißen müssten. Ich meine, es ist ein Grand-Slam-Turnier."
Regelvorschlag
Und Gilbert hat auch einen Regelvorschlag parat, damit leichtfertiges Aufgeben, bei dem sich die Zuschauer oft geprellt fühlen, nicht überhandnimmt. Wer verletzt aufgibt, sollte, so Gilbert, eine bestimmte Anzahl an Wochen oder Turnieren nicht spielen dürfen.
Immerhin aber können sich die Amerikaner, die Statistiken so lieben, schon jetzt über einen neuen Rekord freuen. Bislang waren Wimbledon 2008 und die Australian Open 2003 die Turniere mit den meisten Aufgaben (12). Jetzt sind es die US Open.













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