Melzer sucht das Gefühl
Nach dem frühen Aus in Winston-Salem fliegt Jürgen Melzer am Mittwoch nicht mit dem größten Selbstvertrauen zu den US Open nach New York. Dort will er schleunigst sein Ballgefühl finden.

Foto © APMelzer hat in New York aus dem Vorjahr ein Achtelfinale zu verteidigen
Taucht man in die Welt der Statistiken ein, so spuckt diese im Fall von Jürgen Melzer Folgendes aus: Bei den letztjährigen US Open marschierte der Linkshänder bis ins Achtelfinale, wo er sich dem großen Roger Federer in drei Sätzen unterwerfen musste. Belohnt wurde Melzer damals mit 180 Weltranglisten-Punkten - und diese gilt es für Österreichs Nummer eins ab Sonntag, wenn im Big Apple wieder das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres eingeläutet wird, zu verteidigen.
Wirft man allerdings einen Blick auf die bisherige Hartplatz-Bilanz des 30-Jährigen, hat es der Optimismus schwer, Oberwasser zu gewinnen. Denn: In Washington musste Melzer wegen einer Oberschenkelzerrung aufgeben und in weiterer Folge Montreal absagen. Sein Comeback in Cincinnati versiebte er ebenso in der ersten Runde wie jetzt auch sein Auftakt-Match in Winston-Salem mit der 5:7, 3:6-Pleite gegen den Russen Igor Andrejew. Im Klartext heißt das: Jürgen Melzer reist mit einer rabenschwarzen "Hartplatz-Weste" zum bedeutendsten Hartplatz-Spektakel dieses Planeten an.
Tendenz fallend
Dass Melzers Selbstvertrauen derzeit nicht zum Bäumeausreißen reicht, darf also nicht verwundern. Wie auch? Neben dem Halbfinal-Einzug in Monte Carlo hat Österreichs letztjähriger Himmelstürmer bis auf das Achtelfinale bei den Australian Open heuer nicht viel Berauschendes zu Buche stehen. Eine Tatsache, die sich zuletzt auch in der Weltrangliste niedergeschlagen hat: Am 20. Juni noch die Nummer sieben, findet sich der "Sportler des Jahres 2010", der heuer natürlich mit einigen Wehwehchen und der Trennung von Freundin Mirna Jukic zu kämpfen hatte, derzeit nur auf Position 17 wieder - Tendenz fallend.
Wie sich Melzer gegen die drohende Talfahrt (von hinten drängen Größen wie Juan Martin del Potro, Fernando Verdasco und auch Andy Roddick) stemmen will? "Das Wichtigste im Moment ist, dass ich mein Selbstvertrauen zurückgewinne. Das geht, wenn ich in Flushing Meadows die ersten Runden überstehe", richtet der Niederösterreicher aus.
Nach einem freien Tag klettert Melzer am Mittwoch in einen Flieger Richtung New York, wo er mit einem Mix aus Training und Entspannung wieder das richtige Gefühl für den Ball finden will.













