Lisicki schaltete French-Open-Siegerin Li Na aus
Robin Söderling "überlebte" gegen den immer noch gefährlichen Lleyton Hewitt einen 0:2-Satz-Rückstand und siegte noch mit 6:7(5),3:6,7:5,6:4,6:4.

Foto © ReutersSabine Lisicki
Das Wimbledon-Turnier 2011 hat seine erste große Überraschung: Sabine Lisicki, die aktuelle Nummer 62 der Welt, schaltete am Donnerstag in der zweiten Runde die als Nummer drei gesetzte French-Open-Siegerin Li Na nach 2:11 Stunden mit 3:6,6:4,8:6 aus. Die Chinesin hatte vor wenigen Wochen in Paris als erste Asiatin überhaupt ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. Robin Söderling "überlebte" gegen den immer noch gefährlichen Lleyton Hewitt einen 0:2-Satz-Rückstand und siegte noch mit 6:7(5),3:6,7:5,6:4,6:4. Neben Julia Görges und Andrea Petkovic, die unaufhaltsam in Richtung Top Ten klettern, sorgte nun auch Lisicki für deutsche Frauen-Power. Zwar hat bei den Herren erstmals seit 1987 kein Deutscher die dritte Runde erreicht, dafür spielen die Damen groß auf. Tennis-Legende Chris Evert hatte Petkovic schon zu Turnierbeginn gar als eine der Favoritinnen bezeichnet.
Lisicki, die den Sieg mit vielen Tränen auf dem wegen Regens geschlossenen Center Court feierte, sorgte zehn Tage nach ihrem Sieg beim Rasenturnier in Birmingham für die Fortsetzung des deutschen Damen-Laufs, während mit Florian Mayer der letzte deutsche Herr schon vor Runde drei ausschied. Mayer scheiterte an Xavier Malisse in vier Sätzen, der Belgier wäre möglicher Drittrunden-Gegner von Jürgen Melzer. Dessen Match wurde am Abend bei 2:2 im dritten Satz bereits zum zweiten Mal unterbrochen. Der "programmierte" Achtelfinal-Gegner Melzers wäre Robin Söderling. Doch der als Nummer 5 gesetzte Schwede zog nur mit Mühe noch den Kopf aus der Schlinge. Nach einer Reihe von unerzwungenen Fehlern fing sich der Schwede aber noch. Plötzlich gelang Söderling ein Break wie aus heiterem Himmel, der an diesem Tag nur selten zu sehen war. Hewitt wurde müde und am Ende sank Söderling in die Knie - und feierte seinen Fünf-Satz-Erfolg wie einen Triumph.
"Ich wusste, dass ich immer noch eine gute Chance habe, wenn ich mein Spiel steigern kann", sagte der 26-jährige Skandinavier erleichtert. "Das war das beste Match, das wir je gegeneinander gespielt haben. Er ist ein großer Fighter und spielt sein bestes Tennis seit langem." Der als Nummer 2 gesetzte Novak Djokovic aus Serbien hatte hingegen mit dem Doppelpartner von Julian Knowle, Kevin Anderson (RSA), beim 6:3,6:4,6:2 keine Mühe. Titelverteidigerin Serena Williams musste aber wie schon in der ersten Runde wieder über drei Sätze gehen. Gegen die Rumänin Simona Halep siegte sie nach schwachem Start noch sicher mit 3:6,6:2,6:1.













