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Zuletzt aktualisiert: 06.06.2011 um 13:08 UhrKommentare

Nadal kann an Major-Rekord denken, Federer redet aber noch mit

Seine Zweifel vor Turnierbeginn sind letztlich unbegründet gewesen. Rafael Nadal sicherte sich seinen sechsten Titel bei den French Open trotz eines "wackeligen" Starts, trotz eines Serien-Siegers Novak Djokovic und trotz eines wieder erstarkten Roger Federer.

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Mit gerade 25 Jahren hat der Spanier nun schon zehn Grand-Slam-Titel gewonnen und man kann sagen, dass der Rekord von 16 Major-Erfolgen von Roger Federer keinesfalls für die Ewigkeit in Stein gemeißelt ist. Hält der Körper Nadals seinem kräfteraubendem Tennis stand, dann sollte Nadal eines Tages an Federer vorbeiziehen können. Andererseits hat Federer am Sonntag in Roland Garros bewiesen: Mit ihm wird man schon noch einige Zeit rechnen müssen. Am 8. August wird der Schweizer 30, aber in Paris hat er in den vergangenen 14 Tagen sein vielleicht bestes Sandplatz-Tennis überhaupt gezeigt.

Vor allem der hochklassige Halbfinal-Schlager gegen Novak Djokovic wird den Fans noch länger in Erinnerung bleiben. Schon in zwei Wochen ist Federer auf dem "Heiligen Rasen" wieder einer der absoluten Topfavoriten, weit mehr noch als vor Paris. "Man kann nicht mit dem Kopf im Sand in die Rasensaison einsteigen und meinen, man gewinne dann Wimbledon", warnte Federer vor zu großem Optimismus, bestätigte dann doch den Eindruck, "aber ich habe ein super Gefühl und in Wimbledon Großes vor." Nadal wird freilich ebenfalls mit einer Riesenportion Selbstvertrauen an die Church Road anreisen. "Wenn man so einen Titel gewonnen hat, fährt man mit einer anderen Herangehensweise dorthin. Der Sieg nimmt mir für Queens und Wimbledon viel Druck", sagte der Weltranglisten-Erste, der sich im ATP-Ranking gerade noch vor Novak Djokovic behaupten konnte. Der Nimbus des Unbesiegbaren ist Djokovic genommen und nun scheint ein weiterer Finalklassiker Nadal - Federer in Wimbledon zumindest wahrscheinlicher als noch vor einigen Wochen.

"Ich bin auf dem richtigen Weg"

Federer schaute frischer aus und scheint wieder hungrig nach Erfolgen zu sein. Immerhin hat er seit den Australian Open 2010 kein Major mehr gewonnen. "Ich fokussiere mich jetzt auf Wimbledon", sagte der sechsfache Wimbledon-Champion. "Ich bin auf dem richtigen Weg." Doch die Tatsache, dass Nadal in so jungen Jahren schon zehn Grand-Slam-Siege gefeiert hat, ist Federer, dem Rekorde durchaus etwas bedeuten, nicht vorübergegangen. "Zehn Grand Slams sind viel. Er weiß das, ich weiß das, jeder weiß das." Doch Nadal wird auf der Jagd nach Federer sehr sorgfältig mit seinem Körper haushalten müssen, seine Knieprobleme in den vergangenen Jahren sind noch nicht vergessen. Seine einzige Paris-Niederlage überhaupt 2009 gegen Robin Söderling war auch ein Produkt seiner damaligen Verletzung. Nadal hat schon seinen Karriere-Grand-Slam geschafft und damit bewiesen, dass sein Spiel auch für alle anderen Beläge als Sand geeignet ist. Und er hat Federer auf Rasen in Wimbledon schon geschlagen, dem Schweizer blieb dies auch im vierten French-Open-Finale gegen Nadal auf Sand verwehrt.

"Im letzten Jahr waren die Niederlagen in Paris und Wimbledon schwer zu verdauen, klar. Aber ich war nicht auf der Suche nach Selbstvertrauen", versicherte Federer auf diesbezügliche Fragen. "Der Sieg gegen Djokovic war sehr positiv. Wir haben uns ein unglaubliches Duell geliefert", sagte der Weltranglisten-Dritte, der auch mit seiner Leistung gegen Nadal zufrieden war. Der Tennis-Klassiker Nadal-Federer hat auch nach seiner 25. Auflage nichts an seiner Spannung verloren. In Paris haben beide Protagonisten gezeigt, dass es immer noch möglich ist. "In Melbourne hatten uns viele bereits abgeschrieben, doch jetzt standen wir beide doch wieder im Finale", freute sich Federer auch ein wenig, es den Unkenrufern einmal mehr gezeigt zu haben. Für Nadal war der Paris-Titel nach vier Final-Niederlage zuvor eine Wohltat. "Deshalb bin ich mit etwas weniger Selbstvertrauen hierhergekommen als in den Jahren zuvor", gestand er. Gerade deshalb bedeutete ihm dieser Triumph besonders viel. "Ich habe mich durchgebissen, deshalb ist er mir besonders viel wert."


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