Ein großes Versprechen für die Zukunft
Der 17-jährige Dominic Thiem trifft im Junioren-Finale von Paris am Sonntag auf den US-Boy Björn Fratangelo. Damit tritt der Niederösterreicher in große Fußstapfen.

Foto © GEPADominic Thiem
Die Vorzeichen sind gute. 1985 stand Thomas Muster im Finale des Junioren-Bewerbs von Paris. Zehn Jahre später konnte der Steirer bei den French Open triumphieren. Mit Dominic Thiem schlägt am Sonntag wieder ein Österreicher im Junioren-Endspiel an der Seine auf. Und geht es nach ehemaligen Größen wie Ivan Lendl, Mats Wilander und John McEnroe, so könnte der 17-jährige Niederösterreicher in ferner Zukunft in Musters Fußstapfen treten.
Zwei Mal hat der Lichtenwörther diese Woche mit Österreichs bislang einzigem Grand-Slam-Sieger in Paris trainiert - und Muster erklärte auf das Potenzial von Thiem angesprochen: "Sein Talent ist ein Versprechen, das man einhalten muss."
Früchte ernten
Seit acht Jahren wird die Nummer 13 der Junioren-Weltrangliste von Günter Bresnik betreut - und der ehemalige Becker-Coach sieht den Einzug ins Finale als erste Früchte der konsequenten Arbeit: "Für mich ist es unglaublich erfreulich, wie er sich hier in Paris durchgespielt hat. Er ist technisch mit Abstand am besten. Über den reden die Leute hier. Mir taugt es, wenn ein Wilander und ein McEnroe von ihm schwärmen. Da kommen alle Manager und gratulieren mir und sagen, es ist ein Wahnsinn, wie der spielt", strahlt Bresnik.
Seine Stärken? "Er hat ausgezeichnete Schläge, mit einer mächtigen Vorhand und mittlerweile verfügt er auch über einen Riesen-Aufschlag. Er kann vollieren, Slice spielen, hat großes Spielverständnis und er ist auch charakterlich schwer in Ordnung. Er hat das nötige Potenzial im Spiel, dass er sehr erfolgreich werden kann."
Streit mit dem ÖTV
Kann Thiem im Finale den US-Boy Björn Fratangelo biegen, wäre er nach Jürgen Melzer (Wimbledon 1999) erst der zweite rot-weiß-rote Junioren-Grand-Slam-Sieger. Eine Tatsache, die vielleicht auch den ÖTV wachrüttelt. Denn Bresnik und der Thiem-Clan sind mit dem heimischen Verband im Clinch. Der Grund: Laut Vater Wolfgang Thiem gäbe es für seinen Sohnemann zu wenig Förderungen.
Features
Zum Thema
Steckbrief Dominic Thiem
- Geboren: 3. September 1993
- Wohnort: Lichtenwörth bei Wiener Neustadt
- ATP-Ranking: 891
- Junioren-Ranking: 13
- Ausbildung: Macht eine Externisten-Matura
- Trainer: Günter Bresnik und Wolfgang Thiem














