Nadal überrennt Federer
Rafael Nadal hat gegen Roger Federer überraschend mühelos das Endspiel des ATP-Masters-Turniers in Miami erreicht. Im Finale steht der 24-Jährige am Sonntag dem Serben Novak Djokovic gegenüber.

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Rafael Nadal und Novak Djokovic sind im Herren-Tennis derzeit das Maß aller Dinge. Wie schon vor zwei Wochen in Indian Wells kommt es auch beim ATP-Masters-1000-Turnier in Miami zum Finale des spanischen Weltranglistenersten mit seinem 2011 noch unbesiegten serbischen Verfolger. Nadal ließ dem Schweizer Weltranglistendritten Roger Federer beim in nur 79 Minuten sichergestellten 6:3,6:2-Erfolg am Freitag genauso keine Chance wie Djokovic dem US-Amerikaner Mardy Fish (6:3,6:1/96 Minuten).
Der erwartete Klassiker Nadal gegen Federer wurde vor 14.500 Zuschauern zu einer Machtdemonstration des Spaniers. "Der Schlüssel gegen Roger ist immer, sehr, sehr gut zu spielen und das ist mir gelungen", freute sich der 24-Jährige über den 15. Sieg im 23. direkten Duell. Es war der zweitdeutlichste Erfolg für Nadal gegen Federer nach jenem im French-Open-Finale 2008 (6:1,6:3,6:0). "Er hat ein paar mehr Fehler als üblich gemacht. Roger wird aber bis zum Jahresende ein ernsthafter Konkurrent im Rennen um die Nummer eins sein", sagte der Weltranglistenerste.
Nadal schaffte früh das erste Break zum 2:1, blieb bei eigenem Aufschlag den ganzen Durchgang absolut ungefährdet (Federer holte nur zwei Punkte) und beendete den Durchgang mit einem zweiten Break. Auch im zweiten Satz agierte der 29-jährige Federer phasenweise erschreckend schwach und konnte auch die wenigen Chancen - einen Breakball und ein 0:30 bei Aufschlag von Nadal - nicht nützen. Symptomatisch für den durchwachsenen Auftritt waren drei Vorhand-Fehler im letzten Game, der 31. unerzwungene Fehler beim Matchball.
"Leider nichts"
"Ich habe in der Offensive viel zu schwach gespielt. Rafa war solide, aber längst nicht unglaublich, das musste er auch nicht. Das war heute leider nichts", resümierte Federer. "Es ist enttäuschend, wenn man zwei Wochen hier verbracht hat und dann das Timing in diesem Spiel so nicht findet", fügte der Schweizer hinzu. Federer freut sich nach einer durchaus zufriedenstellenden Hartplatz-Serie nun schon auf die Sandplatzsaison, die für ihn in etwas mehr als einer Woche in Monte Carlo beginnt.
Djokovic hatte gegen Fish genauso wenig Mühe und baute seine imposante Siegesserie auf 23:0 (mit Davis Cup gar 25) aus. Zwei Erfolge fehlen dem Serben nun nur mehr auf Ivan Lendl, der 1986 mit 25 Siegen in die Saison gestartet war. Die Bestmarke von John McEnroe (39 Siege/1984) ist noch etwas weiter entfernt.
"Das beste Tennis meines Lebens"
Nach den Triumphen bei den Australian Open, in Dubai und zuletzt Indian Wells steht der 23-Jährige vor seinem vierten Titelgewinn in Folge sowie dem 22. insgesamt. "Ich fühle mich auf dem Platz zwar nicht unschlagbar, aber ich habe großes Selbstvertrauen, da ich derzeit das beste Tennis meines Lebens spiele", betonte Djokovic, der das Turnier 2007 schon einmal gewonnen hat.
Dessen ist sich auch Nadal bewusst. "Er hat seine Matches alle ziemlich einfach gewonnen und spielt fantastisches Tennis", lobte der Spanier seinen Finalgegner. Unabhängig davon werde er alles versuchen. "Ich muss sehr gut und aggressiv spielen, um eine Chance zu haben", meinte Nadal, der in seinem dritten Miami-Finale auf seinen ersten Sieg hofft.
Für den Topgesetzten geht es auch um Revanche für die 6:4,3:6,2:6-Finalniederlage vor zwei Wochen in Indian Wells. Das Head-to-Head spricht allerdings immer noch für Nadal, der da mit 16:8 noch klar voran liegt.














