Marach für Davis Cup gerüstet
Nach fast viereinhalbjähriger Pause könnte Oliver Marach am Samstag wieder einmal zu einem Davis-Cup-Einsatz kommen. Der Grazer hat bisher eine beinahe makellose Bilanz im Davis Cup.

Foto © APAOliver Marach
Erst am Donnerstag wird die Entscheidung bekanntgegeben, ob er oder Julian Knowle neben Jürgen Melzer im Doppel gegen Frankreich zum Zug kommt. Denkbar auch, dass noch kurzfristiger umbesetzt wird. Jedenfalls hat Marach eine fast makellose Davis-Cup-Bilanz, er gewann alle seine drei Partien und verlor dabei nur einen Satz.
Dabei handelte es sich sowohl im Februar 2003 in Norwegen als auch im September 2006 gegen Mexiko um Einzel-Einsätze. Damals in Pörtschach war der Steirer im Einzel knapp in den Top 100, indes zählt er seit Jahren zur Doppel-Weltelite. Aus Acapulco am Sonntag zum Davis Cup am Flughafen Wien angereist, ist seine oftmalige Nichtberücksichtigung für den 30-Jährigen kein Thema mehr. Marach denkt nur noch an das Team, in das er sich gut integriert sieht. "Ich gebe im Training alles. Es wird eine sehr harte Aufgabe, aber es ist machbar."
"Julian und Jürgen sind ein eingespieltes Team", weiß der Grazer, dass er eher nur eine Außenseiterchance hat. "Doch ich habe mich mit Jürgen im Training auch nicht schlecht getan." Marach sieht es als eine seiner Stärken, sich immer wieder auf neue Partner einstellen zu können. Zwar hat er in den vergangenen Jahren standardmäßig sehr erfolgreich mit Lukasz Kubot gespielt, doch wird ihm der Pole künftig nicht mehr so häufig zur Verfügung stehen.
Varianten
Denn der 28-Jährige aus Lubin konzentriert sich immer mehr auf das Einzel, rangiert derzeit auf Weltranglisten-Position 128. Noch vor den French Open im Mai will er in den Top 100 stehen. Marach: "Wir hatten wegen seinem Single 2010 vielleicht nur zehn Doppel-Trainings." Der ÖTV-Profi hat schon die Fühler nach anderen Spielern ausgestreckt. "Indian Wells spiele ich mit Lukasz, aber in Miami zum Beispiel mit Tipsarevic (Anm.: Janko Tipsarevic/SRB)."
Da es bei den meisten großen Turnieren weiter das Duo Kubot/Marach geben soll, bleibt die Qualifikation für das World-Tour-Finale Ende November weiter ein Thema. Zuletzt war das Gespann zweimal in Folge beim Londoner Saison-Ausklang dabei. Was den Österreicher nur etwas mehr als früher belastet, ist sein Programm von 35 Turnierwochen. "Am Anfang einer Karriere ist man noch begeistert, aber dann wird es immer mühsamer."
Nur drei, vier Wochen war Marach vergangenes Jahr in Österreich, fünf bis sechs Wochen in Panama. Dort hat er mit seiner Frau Jessie den Wohnsitz. Seit er die Panamesin im Juli 2009 geheiratet hat, sei sein Tennis gefestigter. Genau seit damals ist Marach im Doppel in den Top 20, aktuell ist er Zwölfter. "Sie coacht mich und sieht sehr viel, was nicht passt. Es ist sehr gut, eine Frau zu haben, die dir im Tennis auch etwas Kritisches sagt." Rund 30 der Turnierwochen im Jahr sind die beiden gemeinsam unterwegs.













