Gilbert Schaller begeistert über Austro-Tennis
ÖTV-Sportdirektor Schaller freut sich über den Tennis-Höhenflug. Muster räumt Haider-Maurer gute Chancen ein: "Er ist auf dem Sprung in die Top 100"

Foto © APAGilbert Schaller ist zuversichtlich
Österreichs Tennis feiert derzeit einen in dieser Form vor einem Jahr nicht für möglich gehaltenen Höhenflug. Sportlich, medial und nicht zuletzt auch von den Zuschauern her. Der sensationelle Lauf von Jürgen Melzer, der in Richtung Top Ten stürmt, die Rückkehr von Thomas Muster ins ernsthafte Profitennis, der Wieder-Aufstieg des österreichischen Davis-Cup-Teams in die Weltgruppe der besten 16 Nationen und nicht zuletzt das für Melzer und Andreas Haider-Maurer ausgezeichnet verlaufende Stadthallen-Turnier in Wien.
"Tennis ist wieder in." Das hört man von allen Seiten. Nicht zuletzt die Nominierung von Melzer als einen möglichen Sportler des Jahres zeugt davon. Wie viele Tennis-Freunde sieht auch der ÖTV-Davis-Cup-Kapitän und -Sportdirektor Gilbert Schaller diese Entwicklung mit großer Freude. "Das österreichische Tennis hat im Moment sicher einen Lauf. Was sich jetzt abspielt: die positiven Nachrichten überschlagen sich und das freut mich natürlich. Ich hoffe, dass es so lange wie möglich anhält", wünscht sich Schaller im Gespräch mit der APA.
"Tennis ist wieder in"
Schaller war am Freitag auch Zeuge des Sensationssiegs von Haider-Maurer über den Weltranglisten-14. Marin Cilic im BA-Trophy-Viertelfinale. Während der Steirer den Drei-Satz-Sieg des Niederösterreichers über Seppi noch richtig prophezeit hatte, so ging sein Tipp für das Viertelfinale daneben. "Gegen Cilic wäre ich total falsch gelegen. Ich hätte getippt, dass Andy in zwei engen Sätzen verliert, aber dass er in zwei gewinnt... Man muss einfach den Hut ziehen, es war eine Weltklasseleistung, die er gezeigt hat", streute Schaller dem gebürtigen Zwettler Rosen.
Das Potenzial Haider-Maurers hatte Schaller selbst auch bei den US Open in New York gesehen, als sich der nunmehrige Wahl-Tiroler nicht nur für den Hauptbewerb qualifiziert hatte, sondern den Weltranglisten-Fünften Robin Söderling aus Schweden mit u.a. nicht weniger als 34 Assen an den Rand der Niederlage getrieben hatte. Erst nach 3:52 Stunden hatte sich "AHM" mit 4:6 im fünften Satz geschlagen geben müssen.
Und nun ist in Wien sogar ein rein-österreichisches Finale, das zweite nach Horst Skoff gegen Thomas Muster 1988, möglich. "Ich gehe davon aus, dass sicherlich einer, vielleicht auch zwei das Finale schaffen, man darf träumen", meint Schaller. "Andy ist wirklich schon saumüde, und brennt schön langsam aus. Aber mit dieser Euphorie im Rücken ist Andy in dieser Form alles zuzutrauen."
Lob für den Sensationsmann, der als Lucky Loser in den Hauptbewerb gekommen war und nun als aktuelle Nummer 157 unter den letzten Vier steht, gab es auch von Thomas Muster. "Alle Spekulationen sind dahin, ob Andreas Haider-Maurer eine Wildcard verdient hätte. Das hat er eindrucksvoll bewiesen", sagte der 43-Jährige, der Haider-Maurer bei seinem ATP-Tour-Comeback am Nationalfeiertag vor 8.700 Zuschauern unterlegen war. Muster sieht nicht viel Unterschied im Spielniveau bei besseren Challengern und einem ATP-250-Turnier in Wien. "Auch bei Challenger-Turnieren spielen sehr gute Leute. Er ist auf dem Sprung weg vom Challenger-Niveau unter die Top 100", glaubt Muster und ergänzt, "vielleicht muss man sich in naher Zukunft nicht mehr die Frage stellen, ob er eine Wildcard braucht. Er wird fix qualifiziert sein."














