Melzer unterschätzt die Gegner nicht
Aus dem geplanten Training mit Thomas Muster ist nichts geworden, doch Jürgen Melzer hat sich Sonntag früh mit einem anderen, stärkeren österreichischen Partner, nämlich Martin Fischer, in der Wiener Stadthalle eingeschlagen.

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Der topgesetzte Titelverteidiger stand 45 Minuten mit Österreichs Nummer 2 auf dem Center Court der Bank-Austria-Trophy und hinterließ dabei einen ausgezeichneten Eindruck.
Melzer muss allerdings noch bis Mittwoch auf seinen ersten Einsatz warten, da trifft er entweder auf den US-Amerikaner James Blake oder den polnischen Doppelpartner von Oliver Marach, Lukasz Kubot. Sein Eindruck vom Court: "Es ist ein bisserl schneller als letztes Jahr, der Ball rutscht ein bisschen mehr durch - kein Nachteil für mich." Der in Wien erstmals als Nummer 1 gesetzte Weltranglisten-Zwölfte sieht sich im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur für eine erfolgreiche Titelverteidigung gewappnet. "Ich fühle mich wohl. Ich habe die letzten Wochen, vor allem in Shanghai, gutes Tennis gespielt und auch den Jetlag mittlerweile überwunden."
"Das Feld ist schon stark"
Auch wenn er natürlich der Topfavorit ist: Melzer macht darauf aufmerksam, dass hinter ihm die Nummern 14, 16 und 19 gesetzt sind. "Das Feld ist schon stark. Ich kann nicht reingehen und sagen, 'okay, wenn ich meine Leistung abrufe, dann gewinne ich das Turnier'." Und allein die Tatsache, dass er im Turnier-Raster ganz oben steht, mache keinen Unterschied für ihn.
Ein geplantes Training mit Muster am Freitag ist ins Wasser gefallen und am Sonntagvormittag wäre es für den 43-jährigen Steirer nur mit wenig Schlaf möglich gewesen: Der frühere Weltranglisten-Erste hatte Samstagabend aufgrund der überlangen Qualifikationsmatches ewig gewartet, ehe er erst kurz vor Mitternacht mit Trainingspartner Christian Magg auf den Court marschiert ist! Da erstmals in Wien heuer drei Quali-Runden ausgetragen werden müssen, herrscht auf den nur zwei Plätzen am Vogelweidplatz Hochbetrieb und zum Üben bleiben nur die Randstunden übrig.
Auch Melzer kann übrigens die Entscheidung von Turnierboss Herwig Straka, die dritte Wildcard an seinen möglichen Gegner Blake anstelle von Andreas Haider-Maurer zu geben, nicht nachvollziehen. "Nicht ganz, muss ich ehrlich sagen. Ich glaube nicht, dass er ein Ticket mehr verkauft, als ein Andi Haider-Maurer." Es sei Strakas Entscheidung, aber Haider-Maurer hätte sich seiner Meinung nach ein Antreten verdient.
Gutes Training für Melzer
Ebenfalls verdient hat sich Martin Fischer seine Wildcard für Wien. Der Vorarlberger hatte in Tel Aviv den entscheidenden dritten Punkt bei 2:2 zum Wiederaufstieg in die Davis-Cup-Weltgruppe geholt und ist zweitbester ÖTV-Spieler im ATP-Ranking (122.). "Es war natürlich lässig und hat einen Riesenspaß gemacht", meinte Fischer nach dem Trainingssatz mit Melzer. "Ich habe versucht, dem Jürgen ein gutes Training zu bieten."
Für seinen ersten Gegner am Montag (nicht vor 17.30 Uhr), den Italiener Andreas Seppi wollte er sich Tipps von Melzer holen. "Ich werde schauen, dass wir eine gute Taktik finden. Ich freue mich einfach drauf, wieder einmal zu Hause vor eigenem Publikum zu spielen. Mit eigenen Fans im Rücken nicht wie in Israel, wo alle gegen mich waren", erinnerte er sich an die einseitige Stimmung in Tel Aviv. Obwohl viele Tennisfans darauf warten, dass sich neben Melzer endlich wieder ein zweiter Österreicher in die Top 100 kämpft, verspürt Fischer keinen großen Druck. "Ich habe bewiesen, dass es nach oben gegangen ist." Schafft er den Einzug ins Achtelfinale? "Ich bin gut drauf, eine reelle Chance besteht."













