Nach der Sensation fehlte Melzer die Kraft
Nichts wurde aus dem Semifinale in Shanghai. Nach dem Sensations-Sieg über die Nr. 1 der Tennis-Welt Rafa Nadal unterliegt Jürgen Melzer dem "Gaucho" Juan Monaco nach hartem Kampf mit 7/6 5/7 2/6.

Foto © EPAMelzer verpasste Semifinaleinzug
Der Erfolgslauf von Jürgen Melzer in Richtung Top Ten ist am Freitag im Viertelfinale des Masters-1000-Turniers in Shanghai gestoppt worden. Der 29-jährige Niederösterreicher, der am Donnerstag sensationell den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal ausgeschaltet hatte, unterlag am Freitag im mit 3,24 Mio. Dollar dotierten Event dem Argentinier Juan Monaco nach 2:49 Stunden mit 7:6(6),5:7,2:6. Melzer musste im Anschluss nach einer kurzen Pause noch im Doppel an der Seite von Leander Paes auf den Platz.
Wichtige Punkte machen
Den Sieg über Nadal kann Melzer niemand mehr nehmen, doch die große Chance, sowohl in der Weltrangliste als auch im Hinblick auf eine weiterhin mögliche Qualifikation für das ATP-World-Tour-Finale in London wichtige Punkte zu machen, ist vorerst vergeben. Besonders viele Zähler kann er nur noch beim letzten Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy (ab 7. November) machen. Der ORF, der sich die Rechte für Shanghai bis inklusive Finale gesichert hat, wird dennoch auf ORF Sport plus am Samstag und Sonntag übertragen und auch das erwähnte Pariser Turnier zeigen.
"Es haben sehr wenige Punkte entschieden. Es war sehr knapp, vor allem im zweiten Satz", meinte Melzer, der natürlich auch enttäuscht war. "Der große Unterschied zu gestern war erstens, dass das Dach offen war und das hat es sehr viel langsamer gemacht, und ich habe leider nicht ganz die Energie aufbringen können, die ich gestern hatte." Das Match begann schon gar nicht nach Melzers Wunsch. Monaco, der in fünf Spielen davor vier Mal gegen Melzer erfolgreich gewesen war, gelang ein Break zum 3:1 und rasch stand es 4:1 für den Südamerikaner. Danach war es in den ersten beiden Sätzen eine emotionale Hochschaubahnfahrt für beide Spieler und deren Fans. Melzer schaffte in der Folge zwei Breaks und vier Games en suite zum 5:4. Monaco kämpfte sich aber zurück und war bei 6:5 nur zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt. Der Deutsch Wagramer konterte erneut und ging im Tiebreak mit 5:1 in Führung, schaffte die 1:0-Satz-Führung dann aber erst nach 62 Minuten mit dem 8:6.
Spiel des Gegners aufdrängen lassen
Im Gegensatz zur Partie gegen Nadal lief es für Melzer an diesem Tag nicht so am Schnürchen, immer wieder schlichen sich auch Grundlinienfehler ein. Im zweiten Satz hatte Melzer bei 3:2 einen Breakball, geriet aber mit 3:5 in Rückstand. Der Weltranglisten-Zwölfte wehrte bei 4:5 zwei Satzbälle ab, ehe er das Rebreak zum 5:5 schaffte. "Dann habe ich das schlechteste Game im ganzen Match gespielt und verliere den Aufschlag, nachdem ich in den Satz zurückgekommen bin", sah Melzer hier die entscheidende Wende.
Monaco glich letztlich nicht unverdient zum 1:1 in Sätzen aus. Ein müde wirkender Melzer ließ sich zum Teil weit hinter die Grundlinie drängen und sich mehr und mehr das Spiel des Gegners aufdrängen. Im dritten Satz fehlte dem French-Open-Semifinalisten dieses Jahres sichtlich einfach die Kraft, nach Breaks zum 1:2 und 1:4 war die Partie zugunsten Monacos entschieden. "Ich war ein bisschen müde", bestätigte Österreichs Nummer 1, dessen nächster Einzeleinsatz bei der BA-Trophy in Wien als Titelverteidiger ist. "Ich habe aber trotzdem, glaube ich, ansprechendes Tennis gespielt. Es war ein Match auf Biegen und Brechen, aber im Endeffekt habe ich es im zweiten Satz verloren."
Seine Stimmungslage nach dem Sieg über Nadal und der Niederlage am Tag darauf? "Klar ist man jetzt ein bisschen angefressen, weil man verloren hat und auch heute knapp dran war, ins Halbfinale einzuziehen. Aber die Nummer 1 der Welt zu schlagen ist etwas ganz Besonderes, das passiert einem nicht jeden Tag." Die Enttäuschung überwog freilich am Freitag.
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Ergebnisse:
SHANGHAI (ATP-Masters-1000/3,24 Mio. Dollar/Hart) - Viertelfinale:
Juan Monaco (ARG) - Jürgen Melzer (AUT-13) 6:7(6),7:5,6:2
Halbfinale (Samstag): Monaco - Murray, Federer - Djokovic
Foto

Juan Monaco steht im HalbfinaleFoto © Reuters















