Ivanovic will Linzer Triumph wiederholen
Ana Ivanovic fand den Weg nach Linz eher zufällig. Die hübsche Serbin sprang für die Verletzte Serena Williams ein. Nun will sie ihren Sieg in Linz von vor zwei Jahren wiederholen.

Foto © GEPAAna Ivanovic
Am Montagabend ist sie in Linz eingetroffen, der wohl charmanteste Ersatz für Serena Williams auf der WTA-Tour. Ana Ivanovic, mit der es nach einer längeren Durststrecke auch sportlich wieder aufwärtsgeht, hat sich nach einer Entscheidung in letzter Minute für das Generali Ladies entschieden. Nach ihrer guten Performance in Peking, hofft die Serbin, am Schauplatz ihres bisher letzten Titelgewinns vor zwei Jahren wieder zuschlagen zu können.
"Es war eine Entscheidung innerhalb von ein paar Minuten am Sonntagabend. Eigentlich wollte ich eine freie Woche mit meiner Familie in Belgrad verbringen, aber ich bin wirklich glücklich hier zu sein", meinte die noch 22-jährige, aktuelle Nummer 29 im WTA-Ranking. "Es ist das letzte Turnier, das ich gewonnen habe und ich spiele hier immer sehr gut." Außerdem mag sie die Atmosphäre bei dem kleineren Event.
In Peking hat die French-Open-Siegerin 2008 und frühere Weltranglisten-Erste mit Siegen über Marion Bartoli und Jelena Dementjewa sowie einer knappen 6:7,4:6-Niederlage gegen die aktuelle Nummer 1, Caroline Wozniacki, gezeigt, dass es mit ihr wieder steil nach oben geht. Denn nach ihrem kometenhaften Aufstieg kam für die 1,86 m große, nach wie vor sehr sympathische Spielerin der Fall bis auf Platz 64 der Weltrangliste.
Langer Prozess
"Es war ein langer Prozess. Ich wusste das früher nicht, ich wollte sofort Resultate haben. Manchmal dauert es aber länger und man muss sich Zeit nehmen und geduldig sein", hat Ivanovic gelernt. "Never stop smiling" ist ihr Lebensmotto. Doch selbst der fröhlichen Ivanovic, für das Wort Starallüren ein Fremdwort ist, ist wohl in den vergangenen zwei Jahren manchmal das Lachen vergangen.
Rückblickend war der Grund für ihren Absturz ein Mix aus verschiedenen Dingen. "Als ich Nummer 1 wurde, habe ich gedacht, jetzt muss ich noch besser spielen, und habe angefangen, meine Technik und meine Arbeit zu ändern. Das war nicht gut, ich habe meinen Rhythmus verloren, dann kamen ein paar Verletzungen dazu." Auch die Erwartungshaltung sei freilich viel größer geworden. Als es dann nicht funktioniert hat und sie durchaus auch Kritik einstecken musste, hat sie das getroffen. "Das war hart und ich habe es sehr persönlich genommen. Aber ich habe viel gelernt, auch nicht daran zu denken, was die anderen von dir erwarten."
Außerdem wurde sie mit erst 20 Nummer 1. "Da ist man als Mensch noch gar nicht fertig. Man lernt erst vieles was man mag und nicht mag. Ich habe auch gelernt, geduldiger mit mir selbst zu sein." Sehr schwierig sei es auch, erzählte Ivanovic, so jung schon so viele Entscheidungen treffen zu müssen. Es gelte, den richtigen Mix zwischen loslassen und fokussieren zu finden. "Das gilt nicht nur für den Sport."
Zurück an die Spitze
Mit der Verpflichtung von Heinz Günthardt im Februar 2010 hat sie die Weichen wieder zurück in Richtung Spitze gestellt. "Ich hatte viel Hilfe von ihm, aber auch von meinem Fitness-Coach." Ob sie schon wieder so gut spielt, wie in ihrer bisher besten Zeit? "Definitiv und sogar noch aggressiver als früher", ist Ivanovic überzeugt.
Den Hauptunterschied zur derzeit dominierenden Wozniacki sieht sie hauptsächlich in Selbstvertrauen und Spielpraxis. "Um einen Titel zu gewinnen, muss man ein paar harte Matches in Folge haben. Sie hat sich sehr bei ihrem Aufschlag verbessert und ist auch noch beständiger als früher geworden", erklärte sie.
Ivanovic ist nicht nach Linz gekommen, um nur ein, zwei Matches zu spielen. "Ich würde gerne Linz wieder gewinnen. Es wird hart, aber ich hoffe, dass ich gut spielen kann." Ihre erste Gegnerin am Mittwoch ist die Rumänin Sorana Cirstea, die als Lucky Loser in den Hauptbewerb rutschte.
Die Tatsache, dass viele, vor allem männliche Zuschauer, auch wegen ihres Aussehens ihre Karriere verfolgen ist ihr schon bewusst. "Es schmeichelt mir sehr, jedes Mächden hört gerne Komplimente. Aber ich lese nicht viel über mich, fokussiere mich auf das, was ich tun muss. Ich bin glücklich, wenn man mich als Tennisspieler für meine Leistungen auf dem Platz wiedererkennt." Foto-Sessions macht sie zwar ganz gerne, auch weil es die Gedanken einmal vom Tennis wegbringt, doch als Model arbeiten werde sie nicht. "Es ist ein harter Job, das könnte ich nicht tun."
Privat ist sie übrigens wieder zu haben. Die Liaison mit einem australischen Golfer ist zu Ende, wie sie zwischen den Zeilen erkennen ließ. "Wenn man eine glückliche Beziehung hat ist es immer inspirierend. Wenn es dich runterbringt, ist es nicht die richtige Person", sagte Ivanovic.
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Ergebnisse
1. Runde:
Patty Schnyder (SUI) - Gisela Dulko (ARG) 6:2,6:3
Barbora Zahlavova Strycova (CZE) - Anastasija Sevastova (LAT)6:7(5),6:1,6:4
Achtelfinale:
Zahlavova Strycova - Siegerin aus Ana Ivanovic(SRB-7)/Sorana Cirstea (ROM),
Schnyder - Klara Zakopalova (CZE-8)














