Nächtliche Hühnerjagd
Die Sensation, die man sich insgeheim von Jürgen Melzer im Match gegen Roger Federer erhofft hatte, schaffte am Achtelfinaltag ein anderer: Der Taiwanese Lu Yen-Hsun ist nach seinem Sieg über Andy Roddick der neue Star.

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Lu Yen-hsun warf nach einem Tenniskrimi der Extraklasse den vorjährigen Wimbledon-Finalisten Andy Roddick im fünften Satz mit 9:7 aus dem Turnier und darf sich nach seinem bislang größten Erfolg nun auf ein Viertelfinal-Duell mit dem Serben Novak Djokovic freuen.
Der Taiwanese ist neben der Chinesin Li Na der lebende Beweis dafür, dass das asiatische Tennis, wo sich der Markt wegen der zahlungswilligen Sponsoren immer mehr hinbewegt, weiter im Vormarsch ist. Zwar findet sich der 26-jährige Lu, der als erster Asiate seit dem Japaner Shuzo Matsuoka 1995 in der Runde der letzten Acht bei einem Grand Slam steht, in der Weltrangliste nur auf Position 82, doch wird ihn der Erfolg an der Church Road weit nach vorne katapultieren.
Lu, der im vergangenen Jahr einige Monate mit Mark Woodforde trainierte und daraufhin einen enormen Leistungssprung machte, besticht auf dem Tennisplatz vor allem durch seine gute Beinarbeit. Die hat er sich in seiner Kindheit in der Geflügelfabrik seiner Eltern in Taipeh angeeignet. "Ich musste immer die Hühner einfangen", erzählt Lu mit einem breiten Grinsen. "Eine sehr anstrengende Arbeit. Das ging am besten zwischen ein und sechs Uhr morgens - in dieser Zeit sehen die Hühner nichts und können nicht wegrennen."
Venus gescheitert
Zwei überraschende Semifinali bekommt Londons Publikum bei den Damen serviert. Venus Williams ging gegen Tswetana Pironkowa sang- und klanglos mit 2:6, 3:6 unter und steht damit erstmals seit 2006 nicht im Endspiel. Im Semifinale bekommt es die Bulgarin nun mit Wera Swonerewa zutun, die ihrerseits überraschend Kim Clijsters mit 3:6, 6:4, 6:2 eliminierte. Im zweiten Halbfinale matchen sich Serena Williams und Petra Kwitowa.













