Aufschlag gegen die "Wundertüte"
Jürgen Melzer startet am Montag in das Abenteuer Wimbledon. Zum Auftakt wartet Dustin Brown, ein verrückter Typ mit Qualitäten.

Foto © ReutersJürgen Melzer
Auf geht's in die erste Runde. Tag eins in Wimbledon und dem heimischen Tennisfan drängt sich natürlich die Frage auf: Kann Jürgen Melzer auf Rasen ein ähnliches Bravourstück wie bei seinem Halbfinal-Einzug in Paris abliefern? Einfach wird's bestimmt nicht, könnte im Achtelfinale doch ein gewisser Roger Federer, seines Zeichens Titelverteidiger, warten. Doch bis zu diesem erstmaligen Duell ist's noch ein weiter Weg, muss der an Nummer 16 gesetzte Österreicher doch zuerst drei Partien überstehen. Die erste davon geht am Montag (2. Match nach 13 Uhr auf Court 18) in Szene - und die Aufgabe ist keine leichte, wartet mit Dustin Brown doch ein unberechenbarer Tennisclown.
Der im deutschen Celle geborene Jamaikaner schaffte im heurigen Mai mit Position 99 als erster Tennisspieler des Karibikstaates den Sprung unter die Top 100 und liegt derzeit auf Platz 105. Die Markenzeichen des Hobbymodells: Lange Rastalocken (daher auch sein Spitzname "Dreddy"), Zungenpiercing, stetige Faxen auf dem Tennisplatz und unkonventioneller Spielstil.
Starker Aufschlag
Stefan Koubek, der gegen Brown bereits zweimal den Kürzeren zog, kramte in seinen Erinnerungen und beschreibt den 25-Jährigen: "Er spielt wie eine Wundertüte. Du weißt nie, was im nächsten Moment kommt. Er hat auch einen starken Aufschlag und fühlt sich auf Rasen am wohlsten." Brown ("Ich bin eben lockerer als andere") tingelte zu Beginn seiner Karriere mit einem Wohnmobil von Turnier zu Turnier. Erst, als sich die Erfolge einstellen begannen und auf Challenger-Ebene die Übernachtungen bereitgestellt wurden, blieb das Vehikel in der Garage.
Melzer, der sich mit Novak Djokovic und Lleyton Hewitt auf die Herausforderung Brown einschlug, zollt dem Insulaner auf alle Fälle Respekt: "Ich habe gehört, er soll ein bissl durchgeknallt spielen. Und er hat erst kürzlich Verdsaco geschlagen - das sagt schon viel aus."
Die übrigen Österreicher? Stefan Koubek, Martin Fischer, Sybille Bammer und Yvonne Meusburger schwingen allesamt am Dienstag erstmals das Racket.













