Trotz Aus kein Grund zum Traurigsein
Für Jürgen Melzer war im Halbfinale von Paris gegen Rafael Nadal beim 2:6, 3:6, 6:7 nichts zu holen. Trotzdem darf sich der Österreicher freuen: Es winkt die Position 16 in der Welt. Im Finale trifft Nadal auf Robin Söderling.

Foto © APATrost für den Verlierer: Jürgen Melzer und Rafael Nadal
Game, Set, Match, Rafael Nadal. Was zu befürchten war, ist leider eingetreten. Österreichs Sensationsmann Jürgen Melzer hatte in seinem ersten Grand-Slam-Halbfinale auf dem bis zum letzten Platz gefüllten Center Court von Roland Garros gegen den spanischen Superstar nicht viel zu melden und musste nach 129 Minuten Spielzeit und einer 2:6, 3:6, 6:7-Niederlage die Dominanz des Mallorquiners neidlos akzeptieren.
Scheibenwischer
Es war ein typischer Nadal-Auftritt. Der Weltranglisten-Zweite zwang Melzer sein Spiel mit den langen, platzierten Topspins auf. Der 29-Jährige konnte kaum agieren, musste die meiste Zeit reagieren. Und gelang dem Österreicher einmal ein Zauberschlag, hatte Nadal, der in seiner "Scheibenwischer-Manier" den gesamten Platz mühelos abdeckte, eine noch bessere Antwort parat.
Nur im dritten Durchgang gelang es Melzer, die Partie offenzuhalten. Der Linkshänder schaffte ein Rebreak und kämpfte sich bis ins Tiebreak, wo er mit Pech mit 6:8 den Kürzeren zog. Und so konnte auch Melzer nicht verhindern, dass Nadal auch bei seinem 21. Antreten auf Sand in dieser Saison seinen 21. Sieg feierte und bislang nur einen einzigen Satz abgab. Dieses "Missgeschick" passierte dem 24-Jährigen übrigens im Semifinale von Madrid gegen Landsmann Nicolas Almagro.
Fürstlich entlohnt
Trotz der Niederlage kann Melzer ("Klar ist man im ersten Moment enttäuscht. Aber ich habe nie aufgegeben und mich im dritten Satz gut zurückgekämpft") natürlich äußerst positiv bilanzieren. Vor dem Turnier noch nie in einem Grand-Slam-Achtelfinale gestanden, schrieb der Wahlwiener in den letzten zwei Wochen ein Stück rot-weiß-rote Tennis-Geschichte, für das er auch fürstlich entlohnt wird: Neben 280.000 Euro Preisgeld gibt's für die Nummer eins der Alpenrepublik 720 ATP-Punkte. Damit stößt Melzer in der Weltrangliste höchstwahrscheinlich auf Position 16 vor und ist der fünfte Österreicher nach Thomas Muster (1.), Gilbert Schaller (17.), Horst Skoff (18.) und Stefan Koubek (20.), dem dieses Kunststück gelang.
Im sonntägigen Finale (15 Uhr) trifft Nadal auf Federer-Bezwinger Robin Söderling. Der Schwede, der im vorjährigen Endspiel noch an Federer gescheitert war, kämpfte im ersten Halbfinale den Tschechen Tomas Berdych in 3:27-Stunden mit 6:3, 3:6, 5:7, 6:4 und 6:3 nieder. Sollte Nadal das Endspiel gewinnen, würde er mit seinem fünften Paris-Titel Federer vom Tennis-Thron stoßen.
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Fakten
Im "Head to head" stellte Rafael Nadal auf 3:0. Vor dem Sieg gegen Melzer im Paris-Halbfinale hatte der Spanier 2008 in Peking mit 6:0, 6:4 und 2009 in Madrid mit 6:3, 6:1 gewonnen.
















