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Zuletzt aktualisiert: 03.06.2010 um 11:04 UhrKommentare

Mirna Jukic: "Jürgen hat geil zurückgekämpft"

Mirna Jukic ist am Dienstagabend auf Bitte ihres Freundes Jürgen Melzer wieder nach Paris gekommen. Unmittelbar nach dem Fünfsatz-Sieg Melzers im Viertelfinale gab sie noch ein emotionales Interview.

Mirna Jukic und Jürgen Melzer

Foto © APAMirna Jukic und Jürgen Melzer

Die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin im Schwimmen, die wegen einer Uni-Prüfung vor dem French-Open-Achtelfinale nach Wien zurückgereist war, erlebte den bisher größten Erfolg Melzers in der Spielerbox mit. Jukic ließ sich bei einem Gespräch tief in die Seele blicken, sprach über "böse Leute", denen es Melzer gezeigt hat, ebenso, wie über den Wandel mancher Menschen, wenn man Erfolg hat und bezog sich dabei auch auf ihre eigenen Erfahrungen als Sportlerin. Auch der ewige Vergleich mit Thomas Muster gefällt Jukic nicht, denn jeder Sportler habe doch das Recht, seine eigene Geschichte zu schreiben.

Mirna Jukic, Sie haben ihren Jürgen hier in Paris ins Halbfinale einziehen gesehen. Was sagen Sie zu diesem Erfolg?

Mirna Jukic: "Was soll ich sagen? Ich bin sprachlos, Wahnsinn. Ich finde er hat das so cool gemacht, er hat richtig geil zurückgekämpft. Er hat nach den ersten zwei Sätzen irgendwie den Weg zurück gefunden. Er hat echt an sich geglaubt und hat gewusst, er kann es schaffen, wenn er hart dafür arbeitet, denn geschenkt wird dir eh nichts. Es war - wie wir sagen - ein dogfight."

Wie froh sind Sie, dass Sie wieder hergeflogen sind?

Jukic: "Ich bin sehr froh und auch sehr froh, dass meine Frau Professor mich fehlen hat lassen (lacht). Mir fehlen die Worte im positiven Sinn, weil ich in erster Linie so glücklich bin, dass es ihm endlich so gut geht, dass er endlich sein Spiel gefunden hat, dass er gewinnt. Ich finde es einfach so geil, wenn du all diesen bösen Leuten, die um dich herum sind, einfach zeigst, dass du es drauf hast und dass du besser bist, als sie von dir glauben."

Gibt es denn wirklich so viele böse Leute?

Jukic: "Ja, die gibt's immer. Die habe ich gehabt, die hat jeder, der irgendwie Erfolg hat. Es ist so schön zu sehen, wie die Leute sich verändern. Wenn man Erfolg hat, sind sie auf einmal solche Fans und alle haben dich gern und alle sind supercool und nett. Das Gute ist, dass er so geblieben ist, wie er war. Dass er weiß, wer ihm wichtig ist, wer seine Freunde sind. Ich glaube, diese Werte darf man nicht verlieren."

Jetzt muss man schon fragen, haben Sie es in ihrer eigenen Karriere auch so erlebt, dass die Leute immer netter geworden sind?

Jukic: "Ja. Ja, habe ich. Deswegen glaube ich, kann ich auch ganz gut davon sprechen und kann nicht nur EIN Lied davon singen, wie das ist. Ich glaube, es ist für einen selbst so eine Genugtuung, wenn man weiß, okay ich habe das geschafft, was ich draufhabe und was mir eigentlich keiner zugetraut hat. Dann ist der Erfolg umso schöner."

Sie werden jetzt noch bis Freitag bleiben?

Jukic: "Natürlich. Es gibt diese Woche gottseidank keine Pflichtveranstaltungen mehr auf der Universität."

Wie ist denn eigentlich die Prüfung ausgegangen?

Jukic: "Die ist sehr gut ausgegangen, ich habe ein Sehr Gut bekommen. Es war auch gut, dass ich sie gemacht habe. Ich glaube auch, er war sehr froh, mich gestern hier wieder gesehen zu haben."

Jetzt kommt Rafael Nadal, der ist noch eine "Spur" stärker.

Jukic: "Ja, aber ich glaube, wenn man schon so weit ist, darf man sich gar nicht so viele Gedanken drüber machen. Wir sagen auch immer: Geh da raus und hab Spaß, zeig das, was du kannst! Fürchte dich vor keinem, zeig dein Tennis, spiel dein Spiel. Er hat nichts zu verlieren. Nadal zu schlagen, wäre unmenschlich und wenn's nicht passiert, ist es auch mehr als super, was er schon erreicht hat."

Jetzt wird Jürgen, auch dank TV-Übertragung, in der Heimat die ersehnte Anerkennung bekommen.

Jukic: "Alle meine und seine Freunde haben gesagt, sie werden sich das anschauen und Daumen drücken. Manche auf Eurosport, manche im ORF. Wichtig ist, dass man ihn auch nicht mehr mit Muster misst. Das (eine-Anm.) war vor 15 Jahren, das (andere-Anm.) ist jetzt, das ist alles anders und ich finde, jeder Mensch hat das Recht über seine Karriere zu sprechen und seinen eigenen Weg zu machen und seine Geschichte zu schreiben. Jeder auf seine Art und Weise. Ich bin sehr stolz, so einen Freund zu haben."

Haben Sie jetzt auch selbst für Ihre Schwimmkarriere wieder ein bisschen Lunte geschnuppert?

Jukic: "Zum Tennisspielen!" (lacht)

Gerald Widhalm/APA

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