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Zuletzt aktualisiert: 31.05.2010 um 16:29 UhrKommentare

Melzer kämpft sich ins Viertelfinale

Jürgen Melzer hat sich am Montag in Paris gegen Gabaschwili durchgesetzt. Er steht damit erstmals in seiner Karriere in einem Major-Viertelfinale und schreibt österreichische Tennisgeschichte.

Melzer trifft non auf Djokovic

Foto © APAMelzer trifft non auf Djokovic

Zwölf Jahre nach Thomas Muster, der in Paris 1998 als bisher letzter ÖTV-Spieler bei den French Open ein Herren-Viertelfinale bestritten hatte, hat Jürgen Melzer am Montag sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale erreicht. Der mit 29 Jahren älteste, noch im Bewerb verbliebene Teilnehmer bezwang den gefährlichen russischen Qualifikanten Teimuras Gabaschwili in 2:54 Stunden mit 7:6(6),4:6,6:1,6:4. In der Runde der letzten acht, der ersten für einen ÖTV-Mann seit Stefan Koubek 2002 bei den Australian Open, trifft Melzer am Mittwoch auf den als Nummer drei gesetzten Serben Novak Djokovic.

Ziel Top 20

Nach dem verwerteten Matchball reckte Melzer beide Arme in die Höhe und ließ sich mit einem breiten Lachen vom Publikum auf dem Court Suzanne Lenglen, dem zweitgrößten in Roland Garros, feiern. Das große Ziel, heuer die Top 20 zu erreichen, ist damit zumindest zum Greifen nahe.

Viertelfinale Paris oder Runde der letzten acht - "Das klingt sehr schön. Es ist einfach unglaublich, dass ich jetzt hier sitzen kann und jetzt so weit bin in einem Grand Slam. Alle haben immer geredet, wird er irgendwann eine zweite Woche erreichen. Und ich habe im Viertelfinale auch meine Chancen", freute sich Melzer nach der internationalen Pressekonferenz. Natürlich musste er schon eine ganze Menge Fragen auch in Englisch beantworten und zeigte auch kurz seine Französisch-Kenntnisse.

Melzer hat sich damit nicht nur einen Preisgeld-Scheck von 140.000 Euro gesichert, sondern mit den bereits 360 gewonnenen Punkten auch eine deutliche Verbesserung in der ATP-Weltrangliste. Die Top 20 sind in Griffweite, vielleicht sogar schon realisiert. Er ist der insgesamt vierte Österreicher bei den Herren nach Peter Feigl, Thomas Muster und Stefan Koubek, der die Runde der letzten acht bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht hat. Zuletzt war dies Koubek vor acht Jahren bei den Australian Open gelungen. Ein Halbfinale hat bisher nur Thomas Muster (vier Mal) erreicht.

Nach dem tollen Auftritt gegen David Ferrer (ESP-9) war der Druck gegen den nur auf Platz 114 liegenden Gabaschwili freilich weit größer. "Ich habe auch schlechter geschlafen als vor dem Ferrer-Match. Natürlich, wenn man da drinnen ist und ein Achtelfinale hat gegen Gabaschwili, dann will man das nicht verlieren. Egal, wie gut der gespielt hat", gestand Melzer, der aber am Beginn einige Schwierigkeiten mit dem "shot-maker" hatte.

Das erste Achtelfinale bei einem Major-Turnier hatte nicht nach Wunsch für den Schützling von Joakim Nyström begonnen. Melzer wirkte nervös und begann recht verhalten. Ein Break zum 1:3 war die Folge, dann lag der noch Weltranglisten-27. schon 1:4 zurück. "Wenn man rauskommt und der zieht einem fünf Games lang die Bälle um die Ohren, dann fängt man an nachzudenken. Aber ich habe meinen Schädel drinnen gelassen, und versucht ihn zu brechen." Was Melzer auch gelang, er schaffte auch das 4:4.

Satzbälle abgewehrt

Bei 4:5 musste Melzer zwei Satzbälle abwehren, später auch im Tie-Break bei 5:6 einen weiteren. Doch nach 59 Minuten war der wichtige erste Durchgang in der Tasche des Österreichers. "Das war sicher der Schlüssel zum Sieg", war sich Melzer sicher. Für Qualifikant Gabaschwili war es immerhin auch schon die siebente Partie en suite.

Der unberechenbare Gabaschwili, der immer wieder mit krachenden Schüssen zeigte, warum er u.a. auch Andy Roddick ausgeschaltet hatte, schaffte sofort ein Break und Melzer ließ im sechsten Game zwei Rebreak-Bälle zum 3:3 aus. Damit war Satz zwei verloren. Im dritten Satz war der Deutsch Wagramer überlegen, Gabaschwili spielte in dieser Phase allerdings auch fehlerhaft. Die Entscheidung file im neunten Game des vierten Durchgangs, als Melzer das Break zum 5:4 schaffe. Im Game zuvor hatte er selbst einen Breakball abwehren müssen.

Gegen Djokovic hat Melzer bisher zwei Mal gespielt, beide Duelle hat er 2006 im Finale von Metz auf Hartplatz (6:4,3:6,2:6) und 2009 im Viertelfinale in Halle auf Rasen (1:6,4:6) verloren. Es ist also das erste Aufeinandertreffen auf Sand.

Melzer kann befreit in das Match hineingehen. "Die Ausgangssituation ist ähnlich wie gegen Ferrer, ich habe gar nichts zu verlieren, ich kann nur gewinnen. Ich glaube schon, dass ich ihn ärgern kann. Ich habe auch Ferrer ganz gut im Griff gehabt und mit dem Selbstvertrauen, das ich im Moment habe, gehe ich da auch rein und denke mir okay, ich hab meine Chance, wenn's gut geht, geht's gut."


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