Der Wandel des Jürgen M.
Jürgen Melzer erledigte im Daviscup die Slowakei im Alleingang. Der 28-Jährige strotzt vor Selbstvertrauen und will unter die Top 20.

Foto © GEPADaviscup-Kapitän Gilbert Schaller und sein Schützling Jürgen Melzer
So ändern sich die Zeiten. Exakt vor einem Jahr mutierte Jürgen Melzer beim Daviscup gegen Deutschland in Garmisch-Partenkirchen zum Buhmann der Nation. Im ersten Spiel gab er gegen einen bereits gebrochenen Philipp Kohlschreiber eine sichere 2:0-Satzführung aus der Hand. Im Doppel sagte er seinen geplanten Auftritt aus physischen und psychischen Gründen kurzerhand ab und im zweiten Einzel gegen Nicolas Kiefer war der Wahlwiener dann chancenlos. Die Folge: Österreich verlor den Länderkampf unnötig 2:3.
Ein Jahr später: Melzer strotzt vor Selbstvertrauen, erledigte die Slowakei im Duell der Europa/Afrika-Zone I in Bad Gleichenberg beim 3:2 mit zwei Einzelsiegen und dem Doppeltriumph an der Seite von Julian Knowle im Alleingang und bescherte Österreich damit einen Platz in der Weltgruppen-Relegation, die im Herbst in Szene geht.
Siegertyp Melzer
Melzer, der heuer bereits in den Halbfinali von Zagreb und Dubai stand, präsentiert sich also plötzlich als Siegertyp - und wie kommt das? "Erstens hatte ich heuer eine tolle und vor allem verletzungsfreie Vorbereitung. Zweitens weiß ich seit meinem Turniersieg in Wien, dass ich die Großen nicht nur ärgern, sondern jederzeit auch schlagen kann." Punkt drei wird von Melzer zwar nicht ausgesprochen, doch liegt es auf der Hand, dass dem 28-Jährigen auch Freundin Mirna Jukic zusätzliche Kraft gibt. "Wir unterstützen uns gegenseitig", lächelt das Schwimm-Ass, das Jürgen auf einigen Turnieren begleitet und auch in die USA mitreisen wird.
Dort spielt Melzer die Turniere in Indian Wells und Miami. Und die derzeitige ATP-Nummer 28 hat in Übersee auch Großes vor: "Ich will endlich unter die Top 20 und ich denke, ich bin jetzt reif dafür." Dass es mit diesem Vorhaben klappen könnte, daran glaubt auch Daviscup-Kapitän Gilbert Schaller: "Erstmals mache ich mir ernsthaft Sorgen, dass meine Position als zweitbester Österreicher der Geschichte gefährdet ist." Der Steirer war 1995 die Nummer 17 der Welt...














